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ADAC droht Bedeutungsverlust

Der Automobilclub ADAC war eine Institution, bei der man glaubte, nichts könne sie ins Wanken bringen. Mit 19 Millionen Mitgliedern ist er der größte Autmobilclub Europas und der zweitgrößte der Welt. Sein Einfluss war enorm, seine Meinung Gewicht bei den Mitgliedern wie in den Räumen des Bundestages. Doch damit droht nun Schluss zu sein. Der Branchenriese stolpert über die frisierten Zahlen seines Kommunikationschefs bei der Wahl zu einem Preis des ADAC. Experten prophezeien, dass der Club erheblich an Bedeutung verlieren werde.

 

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Herber Vertrauensverlust in die Institution ADAC

Mit seinen Rettungstrupps halfen Gelben Engel zahlreichen Menschen in Pannensituationen. Darüber hinaus testete der ADAC umfangreich alles, was mit dem Thema Automobil zu tun hatte. Und seine Erkenntnisse und Zahlen waren in Stein gemeißelt, an dem nicht gerüttelt werden konnte. In Umfragen zum Vertrauen der Verbraucher in Unternehmen belegte der ADAC regelmäßig den Spitzenplatz. Allerdings wurde das Image nun durch die Affäre um die frisierten Daten für den Preis “Gelber Engel” schwer beschädigt. Der Club bemüht sich derzeit um Schadensbegrenzung. Aufräumarbeiten stehen an, so Karl Obermair, der Geschäftsführer des ADAC. Ob dies gelingt, wird sich zeigen.

Verdacht auf weitere Manipulationen

Der ADAC hat nicht nur das Vertrauen vieler Mitglieder verloren, auch die Fahrzeugindustrie wendet sich von dem Club ab. Zahlreiche Stimmen werden laut, die nun auch die Daten in anderen Umfragen und Tests anzweifeln. Diese könnten aus wirtschaftlichen Erwägungen manipuliert worden sein. So warf der Verband Deutscher Autohöfe dem ADAC vor, mit dem Raststättenbetreiber Tank & Rast zu kungeln und die Kriterien für die Testreihen so aufstelle, dass die Raststätten davon profitieren und die Autohöfe schlecht dastehen. Auch auf politischer Ebene hat der ADAC an Bedeutung verloren. So sagte die verkehrspolitische Sprecherin der SPD, Kirsten Lühnemann, der Onlineausgabe der Welt, dass der ADAC nicht mehr Ansprechpartner Nummer eins sei. Parteikollege Martin Burkert sprach von einer großen Vertrauenskrise.

ADAC muss Transparenz zeigen

CSU-Chef Seehofer hingegen habe das alles nach eigener Aussage schon geahnt, die Aufdeckung der Affäre kam für ihn nicht überraschend. Allerdings kommt dem Ministerpräsidenten Bayerns die Affäre auch gelegen, um das Maut-Projekt voranzubringen. Der ADAC hatte sich zuvor dagegen ausgesprochen. Branchenexperten fordern nun, alle Testreihen nachträglich zu prüfen. Vor allem sicherheitsrelevante Untersuchungen wie zu Tunneln, Kindersitzen oder Crashtests müssten genau geprüft werden. Eine hohe Transparenz ist nun vom ADAC gefordert, damit sein Image nicht noch mehr Schaden nimmt und der Automobilclub das verbliebene Vertrauen halten kann.

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