ADAC: Politik fordert weitere Konsequenzen

Die vergangenen Wochen waren alles andere als leicht für den ADAC. Nach Bekanntwerden der Manipulationen beim Preis „Gelber Engel“ kamen weitere Unregelmäßigkeiten ans Licht, die den Automobilkonzern bloßstellten. Zwar bemühte man sich umgehend darum, die Wogen zu glätten und versprach mehr Transparenz und Bescheidenheit, doch der Filz im Automobilclub ist stark. Zu stark, als dass der ADAC in seiner jetzigen Form zu retten sein wird, vermuten Verkehrsexperten.

 

ADAC Konsequenzene

Foto: © Tim Reckmann/pixelio.de

Gesamtes Präsidium müsse Konsequenzen ziehen und gehen

Zuletzt zog der Präsident des ADAC, Peter Meyer, nach langer Weigerung die Konsequenzen und gab seinen Rücktritt bekannt. Der Druck sei zu belastend für die Familie, so Meyer. Allerdings dürfe dies nicht der Schlusspunkt der Affäre um den ADAC sein, fordern nun Verkehrsexperten und namhafte Politiker. Vielmehr müsse dies der Beginn für umfassende Reformen sein. So müsse das ganze Präsidium ausgetauscht werden, da die gesamte Führungsschicht in die Affären involviert sei. Das schnell ausgearbeitete und vorgelegte Zehn-Punkte-Programm sei nicht ausreichend, um die Verfehlungen des Automobilclubs zu beheben.

Strukturen von Grund auf erneuern

Zudem müsse die ganze Struktur des ADAC aufgebrochen und neu geordnet werden. Es könne nicht sein, dass der ADAC einerseits Produkttests mache und andererseits Produkte verkaufen möchte, so Verkehrsexperte Ferdinand Dudenhöffer. Genau diese Verflechtung unterschiedlicher Interessensbereiche haben zu den jüngst bekannt gewordenen Skandalen geführt. Bereits zuvor wurden Forderungen laut, die Verflechtungen des ADAC aufzulösen, die kaum im Interesse der Verbraucher stehen könnten. So sollte der Automobilclub in einen Verein und ein gewinnorientiertes Wirtschaftsunternehmen aufgeteilt werden, die getrennt voneinander agieren. Bislang befand sich beim ADAC beides unter einem Dach.

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