ADAC: Vereinsstatus gefährdet

Die Schlinge zieht sich für den Automobilclub ADAC nach dem Skandal um den Preis „Gelber Engel“ immer enger zu. Das Amtsgericht München hat angekündigt, nun den Vereinsstatus des Clubs prüfen zu wollen. Wie eine Gerichtssprecherin mitteilte, habe ein Antrag die Prüfung ausgelöst, das Gericht wurde nicht von sich aus tätig.

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Prüfung kommt völlig überraschend

Bislang ist der Ausgang des Verfahrens, das voraussichtlich in einem Monat abgeschlossen sein wird, noch völlig offen. Die Prüfung kommt für den ADAC völlig überraschend, da der Automobilclub seit Jahrzehnten bei dem Gericht bekannt ist und zahlreiche Änderungen im Register vorgenommen wurden, ohne dass jemals etwas beanstandet wurde, so ein Sprecher des Clubs. Zur Prüfung an sich wollte der Sprecher sich nicht äußern, da dem ADAC offiziell von dem Verfahren nichts bekannt sei. Olaf Werner, Vereinsexperte der Universität Jena, zufolge drohe dem ADAC schlimmstenfalls die Löschung aus dem Vereinsregister, was jedoch angesichts der Organisationsform des Automobilclubs überfällig sei, da sie nicht mehr zeitgemäß ist.

Entschuldigungen und Einstellung des Preises „Gelber Engel“

Der ADAC bemüht sich derweil weiter um eine Begrenzung des Schadens, der ihm aus der Affäre um den Preis „Gelber Engel“ erwachsen ist. Der Automobilclub hat angekündigt, sich persönlich, telefonisch und schriftlich sowohl bei den Fahrzeugherstellern als auch bei den Zulieferern zu entschuldigen. Einigen Herstellern wurde die Entschuldigung bereits zugestellt. Zudem soll der Preis „Gelber Engel“ eingestellt werden. Dieser habe keine Zukunft, so Peter Meyer, der Präsident des ADAC. Ob die Schadensbegrenzung den Vertrauensverlust bei den Mitgliedern stoppen kann, wird sich zeigen. Nach und nach kommen weitere Unregelmäßigkeiten ans Licht. So sollen die Rettungshubschrauber nicht nur genutzt worden sein, um verunglückte Personen zu retten. Sie dienten auch als Vehikel für Dienstreisen. Allerdings sei dies in den vergangenen zehn Jahren weniger als 30 Mal vorgekommen, so der ADAC gegenüber der Zeitschrift „Stern“. Auch die Steuerzahlungen stehen in der Kritik. Der Automobilclub soll demnach nur für zehn Prozent der Beiträge für die Basismitgliedschaft Steuern zahlen.

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