ADAC: Weitere Manipulationsvorwürfe

Der ADAC befindet sich derzeit in der schwersten Krise seit seiner Gründung. Seit Bekanntwerden der Manipulationsvorwürfe steht der Automobilclub im Verdacht, auch bei anderen Tests geschummelt zu haben. Diese Gelegenheit, die momentane Schwäche des Automobilclubs nutzen nun ehemalige Verlierer der ADAC-Tests, um offene Rechnungen zu begleichen.

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Vorwürfe zu Praktiken bei Reifentests

Vor einigen Tagen wurden in der Süddeutschen Zeitung und beim Fernsehsender Vorwürfe laut, dass der ADAC seine Reifentests manipulieren würde. Beide Medien beriefen sich auf Informationen, die von einem ehemaligen ranghohen Mitarbeiter des Reifenherstellers Michelin. Der Informant hat die Aussagen jedoch bereits dementiert und klargestellt, dass er die entsprechenden Vorwürfe nie geäußert habe. Da der Mann derzeit bei einem chinesischen Zulieferer arbeitet, der Billigreifen vertreibt, die bei einem Reifentest des ADAC durchgefallen sind, vermutete das Magazin Focus, dass mit den Vorwürfen eine offene Rechnung beglichen werden sollte.

Vorwurf: Testergebnis stand vorher fest

Ob die Vorwürfe zum Crashtest des Brilliance BS4 haltbarer sind, wird sich zeigen. Diese sind allerdings ein wenig stichhaltiger, da nicht nur der ADAC entsprechende Untersuchungen vorgenommen hatte, sondern auch andere Organisationen. Der Test des zweitgrößten Automobilclubs Europas hat der aus chinesischer Produktion stammenden Stufenhecklimousine null Punkte eingebracht, die schlechteste Wertung. Vergleichbare Tests in den Niederlanden, der Schweiz und Österreich wurden allerdings immerhin mit drei von fünf Punkten belohnt. Bereits damals wurde der ADAC für den Test kritisiert. Das Problem war, dass die Prüfkriterien des EuroNCAP im Februar 2009 verschärft wurden. Der ADAC testete den Brilliance BS4, bevor der Fahrzeughersteller diesen entsprechend nachrüsten konnte. Der Europachef des Autobauers wirft den Automobilclub nun vor, dass das Ergebnis bereits vor dem Test festgestanden haben soll.

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