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Alfa 147: Sportler ohne Sporttasche

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Genau ein Jahrzehnt hat der Alfa 147 zwischen 2000 und 2010 die Mittelklasse von Alfa Romeo besetzt, bis der Wagen vor zwei Jahren von einer Neuauflage der Giulietta abgelöst wurde. In dieser Zeit wurde der in die Kompaktklasse eingeordnete 147 mehrfach mit Automobilpreisen versehen, der große Verkaufserfolg blieb für den italienischen Autobauer jedoch aus. Ein möglicher Grund könnte die fehlende Praktikabilität gewesen sein: Der Innenraum ist zwar nett anzusehen und gut verarbeitet, jedoch auch sehr klein geraten. Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Kofferraum, der mit 280 Litern deutlich unter Klassenschnitt liegt. Da kann schon die Städtereise zur Tortur werden.

Sportlich, sportlich der Kleine

Technisch ist der kompakte Italiener voll auf Fahrspaß ausgelegt, was man in der Praxis auch am angenehm straffen Fahrwerk deutlich merkt. Auch die Motoren spielen dieses Spiel mit: Schon der 1,6-Liter-Basismotor leistet 120 PS, in der Eco-Version kastrierte man ihn auf 105 PS. Besonders viel Spaß macht die 2-Liter-Version mit 150 PS und Selespeed-Halbautomatik mit Wippen am Lenkrad, noch mehr Fahrspaß kommt nur im akustisch auffallenderen V6 mit 3,2 Litern Hubraum und 250 PS auf. Der Gewinn an Fahrspaß lässt sich besonders der V6 an der Tankstelle in Form von Sprit und Schmierstoffen teuer bezahlen. Hier lohnt sich als Alternative vielleicht einer der 1,9-Liter-Selbstzünder, den die Alfisti in sechs verschiedenen Varianten auf dem Markt hatten. Ab Baujahr 2006 fahren diese Diesel mit Euro4-Norm und mit Partikelfilter ab Werk auch durch Innenstädte. In Sachen Zuverlässigkeit hat sich der Alfa 147 im Vergleich zu den Vorgängermodellen deutlich gebessert, Spitzenpositionen in Sachen Verarbeitung hat er sich jedoch auch noch nicht erarbeiten können.

Schwachstellen des Alfa 147

Elektrik: Dem Alfa 147 wird ein überdurchschnittlicher Verbrauch an Lampen nachgesagt, die auch im Zubehör nicht ganz billig sind. Zudem gilt die Zentralsteuerung (Body-Computer) als extrem anfällig und kann sich für Gesamtausfälle der Elektronik inklusive Zentralverriegelung und Schiebedach verantwortlich zeigen. Schon ab Wert schwach auf der Brust sind Heckscheibenwischer und elektrische Fensterheber, hier kann es in Verbindung mit Wasser auch zu sporadischen Ausfällen kommen.

Innenraum: Hier klagen viele Fahrer unabhängig vom Baujahr von schneller Alterung des Interieurs. Bemerkbar macht sich das in klappernden Teilen, abgegriffenen oder abgebrochenen Teilen und schwergängigen Hebeln und Schaltern.

Selespeed: Obwohl das Halbautomatik-Getriebe in Verbindung mit dem sportlichen Zweiliter für mächtig Fahrspaß sorgt, ist dieses Spezialgetriebe ein häufiger Grund für teure Besuche in der Werkstatt.

Auspuff: Die Abgasanlage neigt zu starkem Rost, originale Ersatzteile gehen gut ins Geld. Beim Kauf eines gebrauchten sollte man allerdings in jedem Fall darauf achten, dass alle neuen Anbauteile original oder mit ABE versehen sind.

Motoren: Der Zahnriemen sollte in regelmäßigen Abständen gewechselt worden sein, 60.000 Kilometer sollten als Intervall vorsichtshalber eingehalten werden. Ebenfalls ein Problem ist der hohe Ölverbrauch, der unter Umständen häufigeres Auffüllen nötig macht. Ansonsten sind die Motoren mit ein bisschen Pflege und Vorsicht zuverlässige Begleiter, besonders die JTD-Motoren (Diesel) sind in den meisten Fällen unkompliziert und sparsam.

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