Alfa 156/159: Viel Design zum Schnäppchenkurs

Der Alfa Romeo 156 ist seit 1997 auf dem deutschen Markt erhältlich. 2005 wurde die italienische Mittelklasse durch den Alfa 159 abgelöst, der bis heute in diesem Segment gegen Konkurrenz wie Audi A4 und 3er BMW antritt. Besonders für Gebrauchtwagenkäufer mit Designinteresse ist der Alfa ein interessantes Auto, denn allein durch Fakten kann er nicht überzeugen.

Wie schon sein Vorgänger 156 ist auch dem 159 besonders sein Design zugutezuhalten. Während unter Alfisti natürlich unumstritten, ist es für jeden Normalsterblichen natürlich eine Frage des Geschmacks. Eine gewisse Sportlichkeit und Eleganz besonders im Hinblick auf die eher funktional gehaltene Konkurrenz in der Mittelklasse kann man allerdings nicht abstreiten. Auch das Cockpit des Italieners überzeugt mit guten Materialien und schicker Anmutung. Doch wie so oft leidet auch beim Alfa die Funktionalität unter dem Design. So bleibt der Kofferraum mit 445 Litern in der Kombi-Klasse weit hinter dem Klassenstandard zurück.

Definitiv eine Klasse für sich ist aber das Fahrverhalten im 159. Während vorne bis zu 260 PS an dem 1,5 Tonnen schweren Kombi zerren, sorgen gute Lenkung und straffes Fahrwerk für ein durchaus sportliches Fahrgefühl für Passagiere und Fahrer. Im Umkehrschluss fordert der Italiener dafür auch gute Straßenverhältnisse, schlechte gibt er nämlich fast ungefedert und mit lauter Geräuschkulisse an den Innenraum weiter. Eine besondere Motorenempfehlung im Alfa sind die Fünfzylinder-Diesel mit 2,4 Liter Hubraum. Im 156 leisteten sie noch 175 PS, mittlerweile hat sich die Leistung trotz annehmbarem Verbrauch auf stolze 210 PS erhöht. Weniger spritsparend geht es mit den drehfreudigen Benzinmotoren zu. Hier stehen Aggregate von 1,8 bis 3,2 Liter Hubraum und 140 bis 260 PS zur Auswahl. Als Besonderheit gibt es den Alfa in den beiden Spitzenmotorisierungen zusätzlich mit Allrad.

Die ganze Freude, die bei Ansicht von Design und Begeisterung über Fahrkomfort aufkommt, wird allerdings durch die Zuverlässigkeit deutlich getrübt. Obwohl man sich beim Modellwechsel vom 156 zum 159 qualitativ deutlich steigern konnte, ist auch das neue Modell mängelbehaftet. Während man mit Rost bei Alfa kaum Probleme mehr hat, sind besonders Elektronik und Bremsanlage in den Fokus der Fehlerquellen gewandert.

Preislich ist der Alfa für die gebotene Leistung ein echtes Schnäppchen. Einen vier Jahre alten Kombi mit großer Diesel-Motorisierung gibt es beim Gebrauchtwagenhändler bereits für 12000 Euro. Am günstigsten kommt man mit einem kleinen Basisdiesel und Baujahr 2005 an ein Exemplar der neuen Generation. Die Kosten hierfür belaufen sich auf knapp 8500 Euro.

Alfa 156/159: Viel Design zum Schnäppchenkurs
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