Alfa Romeo Brera/GTV: Sportcoupé mit Reparaturbedarf

Vor sechs Jahren löste Alfa Romeo den traditionsreichen GTV mit dem Brera ab. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger lief es für den nach einem mailändischen Stadtviertel benannten Wagen nicht gut und die Produktion wurde nach fünf Jahren eingestellt. Wer jedoch ein schnittiges Coupé oder Cabrio zum günstigen Preis sucht, der sollte einen Blick auf die Modelle aus dem Hause Alfa Romeo werfen und sich noch genauer mit den Mängeln auseinandersetzen.

Eigentlich wollte Alfa mit einer vorherigen Studie des Brera in neue sportliche Klassen aufsteigen. Im Endprodukt musste allerdings aus Kostendruck auf den geplanten V8 von Maserati verzichtet werden. Stattdessen bediente man sich Technik des Konzernbruders Alfa 159 und blieb allerdings bei dem sportlich-schicken italienischen Design. Der sportliche Anspruch wird neben den starken Motorisierungen auch durch die direkte Lenkung besonders deutlich. Im Alltag überzeugt der Brera dagegen weniger. Trotz des Kompaktklasse-Aufbaus sind die hinteren Sitze reine Show und maximal für kleine Kinder tauglich. Auch für Fahrer und Beifahrer ist sowohl Einsteigen als auch Bewegen eine knappe Sache, die man allerdings in einem Sportcoupé gerne auf sich nimmt. Der Kofferraum fasst dagegen ordentliche 300 Liter und lässt sich durch Umklappen der Rückbank auf insgesamt 610 Liter vergrößern.

Im Fall des wichtigsten Bauteils eines sportlichen Coupés hat man im Brera die Auswahl zwischen zwei Vierzylindern, einem Sechszylinder und zwei Dieselmotoren. Unter den beiden Benzin-Direkteinspritzern empfiehlt sich der Griff zu dem leistungsstärkeren 2,2 JTS 16V mit 185 PS. Während beim Vorgänger GTV ausschließlich Ottomotoren im Angebot waren, gibt es den Brera auch mit Selbstzünder. Sie passen überraschend gut zum sportlichen Fahrzeug und überzeugen mit starkem Anzug und angenehmem Sound. Zur Auswahl stehen ein 2,4-Liter-JTD mit 200 PS und der kleinere 2,0-Liter-JTD mit 170 PS. Als Klassiker und als Erbe aus dem GTV steht auch im Brera ein V6 im Angebot. Auch wenn der 1,5 Tonnen schwere Wagen durch den Sechszylinder noch schwerer wird, merkt man die Mehrleistung des 3,2-Liter-Motors mit 260 PS deutlich. Hier schlagen allerdings die Unterhaltskosten und besonders der Spritverbrauch in der Praxis teuer zu Buche.

Aufgrund langer Mängellisten sollte man den Alfa der Wahl besonders genau unter die Lupe nehmen. Hierfür bieten sich besonders ein Gebrauchtwagencheck bei Tüv oder Adac und die Kontrolle des Servicehefts an. Häufige Problemstellen sind Rost an der Karosserie, verschlissene Fahrwerke und schwächelnde Bremsen. Probleme mit Ölundichtigkeit und Abgasanlage haben sich dagegen mit dem neuen Brera gelegt. Bei der Cabrio-Version Spider sollte man zusätzlich auf ein dichtes Verdeck achten, da hier Reparaturen besonders ins Geld gehen.

Während das Vorgängermodell GTV bereits ab 5000 Euro zu haben ist, muss man für den Brera mit Vierzylinder-Benziner mindestens 11500 Euro investieren. Die starke Sechszylinder-Version gibt es für weitere 2000 Euro Aufpreis und der erst 2006 auf den Markt gekommene Diesel kostet mindestens 13300 Euro.

Alfa Romeo Brera/GTV: Sportcoupé mit Reparaturbedarf
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