Alfa Romeo Spider Brera – Kaufberatung / Schwachstellen

Agressiv schaut er rein der Alfa Romeo Brera Spider und aggressiv zeigt er sich auch beim Spritverbrauch. Die 6. Generation vom Alfa Spider wurde bereits 2006 auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellt und wurde direkt zum Cabrio des Jahres. Intern wird der Alfa Spider “Spider 939″ genannt, besteht aus der Bodengruppe vom Alfa 159 und hat natürlich die markentypische Front mit vom Alfa Romeo Brera bekommen. Der ehemalige Charme von den älteren Spider Modellen ist damit natürlich verflogen, der Alfa Spider 939 ist ein reinrassiges, sportliches Cabriolet.

Die Motoren verfügen über viel Hubraum und auch über entsprechende Leistungsentfaltungen, jedoch überzeugen diese nicht durch ein sparsamen Umgang mit dem Treibstoff. Zunächst wurde 2,2 Liter 4 Zylinder Motor mit 136 kW (185 PS) und ein 3,2 Liter V6 Motor mit 260 PS verbaut. Der 6-Zylinder schafft den Sprint von 0 auf 100 in knapp 7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 240 km/h.

Der größte Motor ist mit einer Steuerkette ausgestattet, verfügt über eine elektrohydraulische Phasenverstellung aller vier oben liegenden Nockenwellen, die Ventilsteuerung erfolgt direkt von den Nocken über die Hydrostößel, der Motor hat insg. vier Lambda-Sonden (die den Restsauerstoffgehalt im Abgas messen), sechs direkt im Zylinderkopf gelagerte Zündspulen und zwei geregelte Drei-Wege-Katalysatoren die dafür sorgen, dass der 6-Zylinder der vorne quer eingebaut ist die EURO 4 Abgasnorm einhält.

Ab dem Baujahr 2009 kam auch noch ein 1,8 Liter 4 Zylinder Turbo Motor mit 200 PS in den Alfa Romeo Brera Spider, das Fahrzeug wurde zuvor noch etwas modifiziert, so wurde Gewicht gespart, Brembo Bremsen durften auch im Basis-Modell das Fahrzeug nun abbremsen und neue Sitze sorgen für besseren Seitenhalt. Der 1,8 Liter 4-Zylinder soll auch mit knapp 8-9 Litern auskommen. Der 200 PS starke Motor hat 2 oben liegende Nockenwellen und schießt den Sprit dank der Benzin-Direkteinspritzung mit bis zu 150 bar in die Brennräume, der Turbolader setzt bereits bei niedrigen Drehzahlen ein, so soll das maximale Drehmoment von 320Nm bereits bei 1.400 Umdrehungen anliegen.

3 Dieselmotoren zwischen 2,0 und 2,4 Liter konnte man optional auch bestellen. Der 2,4 Liter Motor hat noch einen Zahnriemen, die Ventilsteuerung erfolgt direkt von den Nocken über Kipphebel und Hydrostößel, die Multijet Common-Rail-Direkteinspritzung und der Abgas-Turbolader Garrett GT 2256 V sorgen für die benötigte Leistung und das Drehmoment, zwei Oxidations-Katalysatoren halten die Luft sauber und bescheren dem Diesel ebenfalls die Euro 4 Abgasnorm, also die grüne Plakette.

Der Alfa Spider 939 hat überzeugende innere Werte, der Kofferraum fasst 253 Liter und ist damit in der Klasse nicht zu klein dimensioniert, das Stoffdach öffnet vollautomatisch (im Stand, bei angezogener Handbremse), der V6 hat serienmäßig Allrad-Antrieb, die 4-Zylinder kommen mit einem Frontantrieb daher. Der Alfa Romeo ist allerdings auch ein schwerer Brocken, der 4-Zylinder wiegt knapp 1600kg, der V6 sogar 1800kg und damit ist der Alfa Spider 939 eindeutig zu schwer für die Klasse. Während der V6 keine Traktionsprobleme hat schiebt der Fronttriebler ganz gerne mal über die Vorderräder, da muss man mit dem Gasfuß schon sparsam umgehen (was natürlich dann auch den Spritverbrauch senkt).

Der Alfa Spider war nicht nur schwerer und langsamer als die direkten Mitbewerber, nein er war auch noch teurer, günstiger waren z.B. der Mazda MX5, der Opel GT und auch einen Mercedes SLK war nicht weit entfernt vom Alfa Spider. Der V6 war damals sogar fast so teuer wie das Basismodell vom Porsche Boxster, der selbst in der Basisversion mehr Fahrspaß vermitteln konnte, den zu hohen Preis hatte Alfa damals wohl schon erkannt und die Preise drastisch gesenkt. Große Personen sollen es schwer haben im Alfa Spider 939, das Getriebe kann schon mal Klackgeräusche beim Schaltvorgang von sich geben, die Batterie (Erstausrüstung) war wohl zu klein dimensioniert, hin und wieder gab es mal Probleme mit dem AGR-Ventil und im Innenraum kann es (trotz der höherwertigen Ausstattung im Vergleich zu den Vorgängermodellen) immer noch mal klappern.

Alfaristi /Alfisti dürfte das jedoch nicht abschrecken, die Motoren sind gutmütig, bieten eine hohe Laufruhe, sind durchzugsstark wenn auch etwas zudurstig. Das Platzangebot im Spider ist sehr gut und wenn das Herz ja sagt, hat das Gehirn doch sowieso nichts mehr zu sagen, oder? Die Produktion wurde im Juli 2010 eingestellt, 2013 soll ein Nachfolger kommen, hoffentlich wieder mit Heckantrieb.

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