Alter Schwede

Der traditionsreiche Fahrzeughersteller Saab hatte die letzten Jahre schwer zu kämpfen, bis die Konzernmutter GM entschied, dass die Schweden ein Verlustgeschäft darstellen. 2011 war Schluss in Trollshättan, Saab meldete Insolvenz an und die Werkstore schlossen sich. Ein Desaster für die knapp 3.500 Beschäftigten. Viele gaben Saab verloren, erklärten die Marke für beerdigt. Doch in diesem Jahr warteten die Schweden mit einer Überraschung auf. Sie gaben bekannt, dass sich die Hallen in Trollhättan wieder öffnen werden und die Produktion noch in diesem Herbst wieder anlaufen soll. Zeit, sich die alten Modelle der glücklosen Schweden noch einmal anzusehen.

 

Der neue Saab 9-3 wird vielen bekannt vorkommen, basiert er doch weitgehend auf dem 9-3 aus dem Jahr 2002. Das Besondere ist, dass es von dem Modell auch eine Cabrio-Version gibt. Cabriolets aus dem hohen Norden sind eher untypisch und werden doch eher skeptisch angesehen. Aber es geht, wie man sieht. Der Viersitzer macht eine ordentliche Figur und bietet für ein Cabriolet ausreichend Platz. Im Gegensatz zum schwedischen Konkurrenten Volvo – ja, es gibt mehrere Cabriolets aus Schweden –, der sich für ein mehrteiliges Hardtop entschieden hat, haben die Entwickler von Saab dem 9-3 ein Softtop verpasst, das per Kopfdruck innerhalb von schnellen 20 Sekunden die Sonne und den Fahrtwind ins Fahrzeuginnere lässt.

Auch zurückgeklappt lässt das Stoffmützchen genug Platz im Kofferraum. Der Stauraum wird von knapp 350 Litern auf gute 240 Liter reduziert. Die Karosserie des 9-3 Cabriolet wurde ordentlich versteift, ohne dass das Fahrzeug zuviel an Gewicht zulegte. Mit seinen knapp 1.700 Kilogramm befindet sich das Cabrio im Mittelfeld seines Segments. Die Motorisierung des 9-3 hat in keiner Variation Probleme mit dem Gewicht, sondern lässt den 9-3 recht sportlich über die Straßen gleiten. Der Innenraum ist spartanisch und zweckmäßig eingerichtet und strahlt Solidität aus. Das Zündschloss, das zentral in der Mittelkonsole platziert wurde, erinnert an ein Flugzeugcockpit. Kein Wunder, war Saab doch auch Flugzeugbauer. Das einzige Manko am 9-3 ist die Federung, die etwas straff eingestellt wurde und so die Fahrt über das Kopfsteinpflaster etwas unbequem werden lässt. Doch alles in allem ist der 9-3 ein solides Cabrio, das mit den anderen Modellen in seiner Klasse locker mithalten kann.

Ab Werk mussten für das 9-3 Cabriolet knapp 43.000 Euro hingelegt werden. Derzeit kostet der Saab noch je nach Baujahr und Pflegezustand noch ab 10.000 Euro aufwärts. Allerdings muss man dafür etwas suchen. Der Saab war nie groß auf dem deutschen Markt vertreten.

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