Augmented Reality im Fahrzeug

Es ist eines der wichtigsten Bauteile im Fahrzeug und wie die meisten wichtigen, oft benutzten und ein wenig langweiligen Dinge, die einfach da sind, denkt man kaum daran. Und wenn, dann nur, wenn es kaputt ist. Dabei sorgt es dafür, dass wir die Fahrbahn sehen können, ohne uns mit dem Fahrtwind und im Sommer mit Insekten im Gesicht herumplagen müssen. Die Windschutzscheibe. Doch wenn das Fahrzeug steht, wie im Stau, ist die Scheibe reichlich nutzlos. Irgendwann hat man sich an den herumstehenden Fahrzeugen sattgesehen. Das dachte sich offenbar auch die Fahrzeugindustrie und hat die Frontscheibe digitalisiert.

 

Die digitale Revolution hat in den letzten Jahren in alle Lebensbereiche Einzug gehalten. Aber bislang nicht so konsequent wie in einer Studie Daimlers. 2012 staunte die Fachwelt nicht schlecht, als die Stuttgarter ihre Vision der Zukunft vorstellten. Die Ingenieure des Autobauers haben sich einmal so richtig ausgetobt und ein Fahrzeuginterieur entwickelt, das in der Form bislang nur aus der Science Fiction bekannt war. Das Modell wies alles auf, was die Stuttgarter an moderner Display- und Projektionstechnik in die Finger bekommen konnten.

Das Armaturenbrett in dem Konzeptwagen wurde zu einem einzigen großen Bildschirm. Darüber blickte man durch die gewohnte Frontscheibe, die sich jedoch illuminieren ließ und auf der die bewegten Bilder der Videotelefonie oder einer Livestreamveranstaltung als blasse Geister vorüberhuschten. Zudem konnten über das Netz Informationen zu Sehenswürdigkeiten abgerufen werden, an denen man gerade vorbeifuhr, oder die Karten der Restaurants in der Nähe.

Dass die Vision Daimlers bald Wirklichkeit werden könnte, zeigt eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey. Eine Befragung von unter 40-Jährigen ergab, dass sie sich noch mehr Vernetzung des Fahrzeugs wünschten. Auch die Konzerne sind daran interessiert. Verbringt doch heute ein Berufstätiger täglich durchschnittlich 50 Minuten in seinem Fahrzeug, um auf Arbeit zu gelangen. 50 Minuten, in denen der Fahrer außer von den kaum wahrgenommenen klassischen Plakaten und dem Autoradio kaum erreicht wird. Es geht also um einen Milliardenmarkt, in den ganze Wirtschaftsbereiche drängen, vor allem Internet- und Telefonfirmen. Allerdings hat hier noch die Zulassungsbehörde die Finger drauf, die verhindern möchte, dass das Auto nur zum Vehikel der Unterhaltungsindustrie wird.

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