Autos für Senioren – Wie ist Stand der Entwicklung?

Pink Porsche

Hiermit fällt nicht nur der Senior auf © Claudia Auer / pixelio.de

Schauen wir uns in der Werbeindustrie um, dann ist 16 bis 49 Jahre das Lieblingsalter der Werbung. Im Bereich Auto sieht das aber ganz anders aus, denn der typische Neuwagenkäufer hat ein Durchschnittsalter von 52 Jahren. Wie werden die Autobauer auf das immer mehr steigende Alter der Neuwagenkäufer reagieren?

Silver Ager und spezielle Autos?

Ein spezielles Auto für den Silver Ager, also den älteren Menschen, ist keine Lösung. Sicherlich achten die Autobauer bei der Entwicklung von Neuwagen auf die Bedürfnisse der älteren Autofahrer, aber sie entwickelt ganz bewusst keinen Wagen für Senioren. Umfragen zufolge möchte kein Kunde ein ‚Old-Age-Produkt‘ haben – egal wie praktisch es ist.

Es kommt nicht auf das Alter an

Beim Kaufverhalten für einen neuen PKW macht das Alter allein keinen Unterschied. Vielmehr ist es so, dass die Lebensstile der älteren Kunden individueller werden und daher orientieren sich die Autobauer eher an den Lebensstilen als am Alter. Anhand der Kundenforschung und in zahlreichen Simulationen untersuchen die Ingenieure der großen Autohersteller stetig den Markt. Sicherlich wird sowohl von Mercedes, BMW, Audi und auch Ford das Altersspektrum berücksichtigt, aber man legt auch Wert auf die regionale Herkunft und auf die individuellen Lebensstile. Volkswagen sagt hierzu ganz deutlich, dass man kein Auto speziell für Senioren entwickeln wird. Es gibt einfach nicht ‚die‘ Senioren und schon gar nicht möchte diese Zielgruppe ein spezielles Modell, wie es oft von Studenten nachgefragt wird. Stattdessen sucht man vielmehr nach Lösungen, die für alle Altersklassen passen. Ein wichtiges Motto dabei ist, dass Bedienkonzepte und Einstellungen, die für ältere Menschen gut sind, für jüngere nicht schlecht sein müssen.

Beispiele, für jede Altersgruppe

Die Instrumente müssen besser ablesbar sein. Denken wir einfach mal an die Sehkraft. Die Zahlen auf dem Tacho können ohne Probleme so groß sein, dass Menschen mit Sehschwäche sie ohne Probleme lesen können. Hiervon profitieren dann auch die Menschen ohne Sehschwäche, denn gut lesbare Instrumente sind durchaus sinnvoll. Ähnliches gilt auch für ergonomische Sitze. Nicht nur ältere Menschen habe Probleme mit dem Rücken – dies betrifft durchaus auch die jüngere Generation. Und ein Assistenzsystem kommt nicht nur älteren Menschen zugute. Davon profitiert letztendlich jeder. So freuen sich auch junge Menschen über eine Rückfahrkamera oder über einen automatisch zu öffnenden Kofferraum.

Möglichkeiten das Alter zu simulieren

Junge Ingenieure müssen sich natürlich auch in die älteren Menschen hineinversetzen können. Dazu werden bei Ford bereits seit 1994 Alterssimulationsanzüge eingesetzt. Solch ein Anzug simuliert recht realistisch, wie ein älterer Mensch sich im Auto bewegt und was er wahrnimmt. So kann ein junger Mensch sich in einen älteren Menschen versetzen und weiß um das Problem der Eintrübung von Augen, die zur Einengung des Sichtfeldes führen oder auch um die Schwerhörigkeit. Mit diesem Anzug wird aber auch der Kraftverlust und die Gelenksteifigkeit perfekt simuliert. So steigen ältere Menschen nicht mit dem rechten Fuß zuerst ins Auto, sondern setzen sich auf den Sitz und ziehen dann erst die Beine nach. Zwischenzeitlich werden solche Anzüge auch von anderen Autobauern erfolgreich eingesetzt.

Für einige mag der Anzug im ersten Moment ein Schock sein, denn im echten Leben gewöhnt man sich im Laufe der Jahre an die Gebrechlichkeiten und hat gelernt, damit umzugehen. Aber nichts destotrotz möchte man auch in Zukunft Autos bauen, die von allen Generationen gleich gut gefahren werden können.

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