Autoradio

Das klassische Autoradio wird zum Nischenprodukt

Das Autoradio hat in den letzten Jahrzehnten einen enormen Aufstieg erlebt, es ist den Autofahrern so vertraut wie kaum ein anderes Ausstattungsmerkmal. In den ersten Jahren des Automobils war ein Radio nicht vorgesehen, das Fahrzeug war ein Gebrauchsgegenstand, um von A nach B zu kommen. Das änderte sich 1922, als sowohl in den USA als auch in Europa findige Tüftler die Idee hatten, einen Rundfunkempfänger in ein Ford Modell T und in einen Daimler einzubauen. Der Erfolg war enorm, die Entwicklung setzte sich allerdings langsam fort.

Autoradio

Der Höhepunkt des Autoradios ist überschritten Foto: © Günter Havlena/pixelio.de

 

“Für Radio vorbereitet”

1932 wurde auf der Funkausstellung erstmals ein Röhrenradio vorgestellt, das im Mittel- und Langwellenbereich arbeitete. Erst 1949 gelang es, den Radioempfänger ins Armaturenbrett eines Autos einzubauen. In den 1960er Jahren machte die Entwicklung noch einmal einen großen Sprung, als das Transistorradio vorgestellt wurde, das später mit einem Kassettenrekorder kombiniert wurde. Es sollte lange dauern, bis Autos in Serie mit eingebauten Radios ausgeliefert wurden, der Rundfunkempfänger kam nur in der Sonderausstattung vor. Lange hieß es vor allem bei Kleinwagen “für Radio vorbereitet”. Im Jahr 2000 liefen immer noch zehn Prozent der Neufahrzeuge ohne Radio vom Band. Heute ist dem Kraftfahrtbundesamt zufolge 98 Prozent aller Neuwagen mit einem Autoradio ausgestattet.

Der Höhepunkt ist vorbei

Doch das Autoradio hat seinen Zenit längst überschritten. Seit 1994 ist die Anzahl der jährlich verkauften Radios um drei Millionen auf eine Million zurückgegangen, viele Hersteller sind vom Markt verschwunden. Zudem ist die Zeit vorbei, in denen der Laie selbst Hand an die Rundfunkempfänger legen konnte. Die Zeit, in der zwei Klemmen und etwas Fingerspitzengefühl ausreichten, um das Radio auszubauen, ist vorbei.

Komplexe elektronische Systeme

Heute sind die Empfänger in den Neuwagen in größere elektronische Fahrzeuginformationssysteme eingebettet, von denen der Laie besser die Finger lässt, da sonst enorme Schäden drohen. Auch der Empfang über Mittel- und Langwelle sowie das Kassettendeck oder CD-Player sind Vergangenheit. Das vernetzte Automobil nutzt seine digitalen Verbindungen, um dem Fahrer die Radiosender ins Auto zu bringen, Kassetten und CDs wurden durch den USB-Stick ersetzt. Noch lohnt es sich bei Gebrauchtwagen, qualitativ hochwertige Radios, die es zweifelsohne gibt, nachzurüsten, weshalb diese nicht ganz aus den Regalen der Geschäfte verschwunden sind. Doch der Trend für die klassischen Autoradios ist der Niedergang.

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