Der Daihatsu Copen – Für Männer zu Schade!

„Für Männer zu Schade“ stand mal auf einem Daihatsu Copen den ich gesehen hatte, aufgeklebt vermutlich von einer weiblichen Besitzerin die garantiert häufiger von den männlichen Artgenossen geärgert worden. Der Daihatsu Copen ist eher klein, ach was sag ich: Der Daihatsu Copen ist winzig! Den Copen (der seinen Namen übrigens aus compact und open herleiten darf) stammt aus Japan. Japan ist ein Eldorado für extrem kleine Sachen und natürlich auch für winzige Autos. Der Mini-Roadster (ja, der Copen ist in der Tat ein Zweisitzer) kam allerdings auch in Deutschland und in Europa recht gut an. Das Alu-Klappdach öffnet elektrohydraulisch in ca. 20 Sekunden, etwas länger braucht der 0,7 Liter Vierzylinder Motor um den Wagen auf die Endgeschwindigkeit zu beschleunigen. 68 Pferdestärken trieben die Vorderachse an. Ab 2006 kam ein 1,3 Liter Motor mit 87 PS (aus dem Daihatsu Sirion) unter die Haube und für den europäischen Markt wanderte auch das Lenkrad auf die „richtige Seite der Macht“. Apropo Haube, verständlich dürfte sein, dass in so einem extrem kleinen Fahrzeug der Stauraum nicht besonders groß ist. Wer offen fahren möchte hat nur noch 14 Liter Platz im Kofferraum, da muss man sich schon 2 mal überlegen was man in die Handtasche packt.

In den ersten Baujahren gab es den Copen nur als Rechtslenker, aber auch der fand Anklang in Deutschland und hatte man sich erstmal an die ungewöhnliche Lenkung gewöhnt hatte konnte mit dem kleinen Flitzer durchaus Spaß haben. Die Lenkung ist direkt, das Fahrwerk straff und der Wendekreis mit gerade mal 9,2 m geradezu niedlich wenn man diesen mal mit den Wendekreisen von größeren Cabrios vergleichen möchte.

830 kg bringt der Copen auf die Waage, nach dem Facelift etwas mehr. Der 0,7 Liter Motor beschleunigte den Copen in 11,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h, leider ist der Verbrauch auch recht hoch, 9-10 Liter schluckt so ein Copen – vorallem wenn er offen ist. Alle 400 km sieht man also spätestens eine Tankstelle von innen, da der Tank nur 40 Liter fasst. Ansonsten war schon bei der Markteinführung die Ausstattung nicht gerade von schlechten Eltern, leider aber auch sehr teuer. ABS, Airbags und das Windschott gab es serienmäßig genauso wie eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber und Alufelgen.

Der Facelift Copen mit dem 1,3 Liter Motor beschleunigt den legendären Sprint in unter 10 Sekunden und bringt auch gleich ein äusserliches Erkennungszeichen mit: Den Heckspoiler! Der Heckspoiler sorgt bei dem Fahrzeug für den nötigen Abtrieb, schließlich liegt die Endgeschwindigkeit nun bei knapp 180 km/h. Der alte Motor mit dem Turbolader klang etwas giftiger, der neue ist dafür schneller, für was man sich auch entscheiden mag bleibt einem ja selbst überlassen. Ersatzteile für den Daihatsu Copen gibt es im Zubehör, bei spezifischen Teilen muss man schon mal etwas länger suchen. Da die Motoren auch in anderne Fahrezeugen verbaut wurden kann man sich z.B. auch die Ersatzteile vom Daihatsu Sirion anschauen (ob die dann passen). Gebremst wir der Copen an der Vorderachse über Bremsscheiben, hinten kommen noch (wie früher) Bremstrommeln zum Einsatz. Das 5-Gang Getriebe kommt gut mit den ja doch eher geringen Kräften klar und stellt keine wirkliche Schwachstelle des Copen dar. Dann eher die Verwindungssteifigkeit, die fast nicht vorhanden ist. Wer also tatsächlich seinen Copen tieferlegen möchte, sollte sich im Zubehör (vermutlich dann aus Japan oder über einen Import Tuner) eine Unterbodenverstrebung zulegen. In Japan bauen sich übrigens einige Fans aus ihren Copen einen optischen Oldtimer, so richtig mit Chromspeichenfelgen und Chromstoßstangen.

Der Daihatsu Copen – Für Männer zu Schade!
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