Der Kleine, der selbst bremst?

Assistenzsysteme im Kleinwagensegment bei VW Up & Co

VW UP!

Was gibt es heutzutage nicht alles an technischen Innovationen, die den Fahrer teurer Automodelle der Mittel- und Oberklasse das Fahren erleichtern helfen. Sie erkennen, ob der Fahrer einzuschlafen droht, ob er die Fahrspur verlässt, oder ob sich Hindernisse vor ihm befinden. Assistenzsysteme können Verkehrszeichen erkennen, können den toten Winkel der Außenspiegel selbsttätig überwachen, können den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug automatisch konstant halten, sie prüfen und regeln den Reifeninnendruck und sie können Fußgänger erkennen, selbst bei Nacht. Sie warnen uns akustisch, optisch oder durch Vibrationen von Lenksäule oder Fahrersitz.

Aber die Assistenzsysteme können auch selbsttätig eingreifen, können Notbremsungen einleiten oder unterstützen, sie können selbsttätig regelnd  in das Motormanagement eingreifen. Dabei ist es stets das Ziel, Gefahrensituationen zu erkennen und zu beseitigen. Antiblockiersysteme (ABS), elektronische Stabilitätsprogramme (ESP), Antischlupfregelsysteme (ASR) und Bremskraftverstärker sind uns allen geläufig, diese Sicherheitssysteme sind inzwischen aus allen Fahrzeugsegmenten vom Kleinwagen bis zur Oberklasse nicht mehr hinwegzudenken. Diese Systeme greifen direkt in das Motormanagement ein. Alle anderen Assistenzsysteme, wie Spurhaltesysteme, Notbremssysteme, Abstandsregelsysteme und Nachtsichtsysteme sind Zusatzgeräte. Diese Zusatzgeräte benötigen nicht nur einen Platz im Fahrzeug, sondern kosten natürlich auch Geld. Hier beginnt das Problem im Kleinwagensegment. Es gibt kaum Platz und jeder zusätzliche Aufpreis erhöht den Anschaffungspreis des Fahrzeugs. Dennoch bringt VW jetzt für den VW Up ein automatisches Notbremssystem, das optional in der Zusatzausstattung „Drive Pack Plus“ für 590.- Euro enthalten ist, auf den Markt. Anders als bei den radargestützten Abstandsregel- und Notbremssystemen, die alle Arten von Hindernissen erkennen können, funktioniert das Notbremssystem im VW UP auf Laserbasis. Ein Laser tastet den Bereich vor dem Auto ab. Trifft er auf ein Hindernis wird das Licht reflektiert und von Sensoren, die im Innenspiegelfuß angebracht sind, empfangen. Die Signale werden an ein Steuergerät übermittelt, das aus der Zeitdifferenz zwischen Senden und Empfang des Lasers die Entfernung zum Hindernis errechnen kann und somit erkennen kann, ob eine Kollision droht. Im Falle einer drohenden Kollision reagiert die Bremselektronik sofort und leitet eine Notbremsung ein, oder greift unterstützend in eine bereits durch den Fahrer eingeleitete Bremsung ein. Ziel dieses City-Notbremssystems ist es, die Geschwindigkeit des Fahrzeugs und damit die Unfallschwere bei Kollisionen zu verringern, im Idealfall natürlich auch die Kollision selbst zu verhindern. Das System reagiert bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h. Ein weiterer Nachteil des Lasers gegenüber einer Radarabtastung, der Laser arbeitet mit einem wesentlich kleineren Streuwinkel, so das Fußgänger, Radfahrer oder kleinere Hindernisse nicht erkannt werden können. Bei schlechten Witterungsbedingungen wie Regen oder Schnee, oder bei verschmutzten Sensoren reagiert die Technik ebenfalls nicht zuverlässig. Ein Notbremsassistenzsystem auf Laserbasis ist auch bei Fiat im Panda, im Seat Mii und im Skoda Cititgo erhältlich.

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