Der Peugeot 205 als Cabrio – ein weiteres Erdbeerkörbchen der 80er Jahre.

Im Jahre 1986 stellte Peugeot das 205 Cabrio vor. Für einen recht günstigen Einstiegspreis bekam man ein Höchstmaß an Alltagstauglichkeit und dafür echt gute Fahrleistungen, wenn man mal von der schwergängigen Lenkung, den ausgeschlagenen Radlager und Lenkgelenken, der hin und wieder spinnenden Elektrik und der Geräuschentwicklung der Karosserie absieht. Das Design stammte übrigens von Pininfarina, der Überrollbügel gehörte damals zum Cabrio, der Opel Kadett E hatte einen, das VW Golf 1 Cabrio hatte einen also musste der Peugeo 205 auch einen bekommen. Das Verdeck (welches mit einer Kunststoffscheibe versehen war) konnte problemlos von Hand umgelegt werden, genauso wie die Mitbewerber brauchte auch dieses Cabrio eine Persenning zur Abdeckung. Es gab auch Modelle mit einem elektrischen Verdeck, doch diese war recht teuer und wurden daher oft nicht optional hinzubestellt.

Beim Peugeot 205 Cabrio wurde damals gemixt, so kamen z.B. die Achskonstruktion vom Peugeot 205 GTI zum Einsatz. Bis 1995 blieb das Cabrio im Programm von Peugeot, zum Schluss jedoch nur noch als 1,1 Liter mit 60PS, als 1,9 Liter mit 102 PS und als Roland Garros Sondermodell mit einem 1,4 Liter mit 75 PS. Geschaltet wurde über ein manuelles 5 Gang Getriebe, selbstzündende Dieselmotoren kamen im Peugeot 205 Cabrio nicht zum Einsatz. An der angetriebenen Vorderachse sorgten McPherson Federbeine zusammen mit einem Stabi an Querlenker für den nötigen Bodenkontakt, hinten gab es eine Drehstabfederung. Für die Verzögerung sorgten Bremsscheiben vorne und Trommelbremsen hinten. Wer den größten Motor (also den mit 102 PS) gewählt hatte konnte auch schon mal ordentlich Gas geben, geschlossen waren so über 180 km/h möglich, nur hat man dann sein eigenes Wort nicht mehr verstanden. Wenn es auf der Straße ruckelig zur Sache geht, hört man die Karosserie vibrieren und auch das Armaturenbrett neigt zur Geräuschsbildung. Wer diese Mängel also nun bei einer Probefahrt hört kann beruhigt sein, denn das klappern und vibrieren gehört beim Peugeot 205 zum Handwerk.

Ansonsten überzeugt der 1,6-Liter Motor mit 102 PS, er ist sehr durchzugsstark und hängt auch gut am Gas, der meist bestellte Motor damals war allerdings der 1,4 Liter mit 75 PS. Von diesem Motor findet man aktuell auch noch mehr in Gebrauchtwagen. Die sonstigen Schwachstellen und Mängel hat das offene Modell vom geschlossenen Peugeot 205 übernommen. Die Bremsscheiben nutzen sich schnell ab, die Bremsleitungen rostet genauso gerne wie der Rest der Karosserie. Ölverlust durch undichte Ölwannen gehören zum alltäglichen Bild, genauso wie undichte Ventildeckeldichtungen oder schlimmeres. Defekte Simmerringe an der Antriebswelle lassen auch dem Getriebeöl freien lauf. Die Elektrik hält auch nicht immer das was sie verspricht, so streiken schon mal die Lichtmaschine oder der Anlasser vom Peugeot 205.

Der Peugeot 205 als Cabrio – ein weiteres Erdbeerkörbchen der 80er Jahre.
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