Hupe Sirene

Die Hupe als Sirene

Wenn künftig unvermittelt die Hupe losgeht, obwohl niemand im Auto sitzt, sollte keiner erschreckt sein. Diese sollen künftig die Sirenen ersetzen. Das Unfallortungssystem E-Call, das ab 2015 serienmäßig in allen Neuwagen vorkommen wird, soll die Grundlage für das neuartige Warnsystem sein.

Hupe Sirene

Künftig können Autohupen die rar werdenden Sirenen ersetzen Foto: © Manfred Schimmel/pixelio.de

 

Nur ein Bruchteil der Warnsysteme existiert noch

Ende der 1980er Jahre endete ein Kapitel der Weltgeschichte, das für weite Teile der Welt ständige Gefahrensituationen bereithielt – der Kalte Krieg. Besonders in Mitteleuropa, wo sich die beiden verfeindeten Mächte gegenüberstanden, konnte aus dem Kalten Krieg schnell ein heißer werden. 90.000 Sirenen sollten die Bevölkerung in Deutschland warnen, sollte der schlimmste Fall eintreten. Wie bekannt ist, trat dieser nicht ein, das Kapitel endete friedlich. Die Verantwortung Sirenen, die plötzlich ihre Bedeutung verloren haben, wurde an die einzelnen Länder abgegeben, die sie an die Gemeinden weiterreichten. Doch niemand fühlte sich zuständig für die Warnsysteme, so dass heute nur noch ein Bruchteil davon übrig ist, der vor allem auf dem Land die Freiwillige Feuerwehr alarmiert.

Ansteuerung der Hupen per GPS

Für das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ein untragbarer Zustand. Seit Längerem sucht das BBK an einem Ersatzsystem. Doch ob der Versand von Massen-SMS an die Bevölkerung im Ernstfall oder Wetterstationen als akustische Warnsysteme – kein Vorschlag erwies sich als praktikabel. Das Fraunhofer Institut hatte nun eine Idee für ein wirklich flächendeckendes Warnsystem, das funktionieren könnte. Die Hupen geparkter Autos könnten in einer Bedrohungssituation in einem begrenzten Raum die Bürger warnen. Grundlage dafür soll das System E-Call bilden, das bei einem Unfall über GPS die Rettungskräfte steuert.

Frei einstellbare Warnräume

Das “Chorus” genannte System des Fraunhofer Instituts soll dieses GPS-Signal nutzen, um die Hupen anzusteuern. Der Vorteil des Systems ist, dass der zu warnende Raum genau definiert werden kann, von einigen Straßenzügen bis hin zu ganzen Regionen wie beispielsweise bei Chemieunfällen. Die Mehrkosten für das System wären gering, die Aufrüstung würde nicht mehr als zehn Euro kosten, schätzt das Institut.

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