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Die Laterne als Zapfsäule

Seit mehreren Jahren wird gefordert, sich von der Technologie der Verbrennungsmotoren wegzubewegen und alternative, umweltfreundlichere Möglichkeiten der Mobilität wie Elektrofahrzeuge zu nutzen. Tatsächlich sind derzeit auch schon einige Modelle auf dem Markt, doch kaum einer will sich so richtig auf die neuen Fahrzeuge einlassen. Man sollte doch meinen, dass angesichts der hohen Kraftstoffkosten ein Markt für Elektrofahrzeuge da wäre. Viele, vor allem junge Menschen, können sich auch vorstellen, ein Elektromobil zu fahren. Allerdings gibt es noch einige Schwierigkeiten, die die Menschen vom Kauf abhalten.

 

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Noch sind Zapfsäulen für Elektroautos rar gesät. Doch dies könnte sich bald ändern Foto: © GM Company

Eines davon ist die geringe Reichweite reiner Elektromobile. Und dies geht Hand in Hand mit dem vollkommen unzureichenden Netz an Elektrotankstellen. Einige Fahrzeughersteller wie Opel gehen einen Kompromiss ein und konstruieren Fahrzeuge mit sogenannten “Reichweitenverlängerern”. Doch nun nimmt sich das Berliner Start-Up Ubitricity des Problems an. In der Hauptstadt startet das Unternehmen ein Projekt, das es möglich machen soll, sein Elektroauto künftig an der Straßenlaterne aufzutanken.

Die Idee dahinter ist denkbar einfach. Steckdose in die Laterne integrieren, Kabel in die Steckdose, tanken. In den kommenden Monaten werden dafür 100 Laternen umgebaut. 2014 soll das Projekt auf ganz Deutschland ausgeweitet werden. Der Umbau fällt mit weniger als 300 Euro vergleichsweise günstig aus. Die Herstellung einer herkömmlichen Zapfsäule für E-Mobile kostet dem Unternehmen zufolge knapp 10.000 Euro.

Einzig an der Frage der Abrechnung tüftelte das Start-Up etwas. Denn im Gegensatz zur Zapfsäule ist in einer Laterne kein Zähler integriert und es soll auch keiner eingebaut werden. Die Lösung stellt Ubitricity derzeit auf der IAA in Frankfurt vor. Das Unternehmen hat ein intelligentes Kabel entwickelt, das ein Modul mit einer SIM-Karte enthält. Die Entwickler bezeichnen das Kabel als Kreuzung aus Stromzähler und Smartphone. Über die SIM-Karte rechnet der Tankende den abgezapften Strom über seinen eigenen Stromanbieter ab. Laut Ubitricity soll das Kabel weniger als 200 Euro kosten. Die innovative Technik scheint Zukunft zu haben. Knut Hechtfischer, Geschäftsführer bei Ubitricity, zufolge habe es bislang schon Gespräche mit einigen Fahrzeugherstellern gegeben.

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