Dodge Nitro: Kantig in die Steinzeit

Mit dem Dodge Nitro wollte der amerikanische Hersteller 2007 (ein Jahr nach der amerikanischen Markteinführung) auch den deutschen SUV-Markt aufräumen. Hierfür bediente man sich der gemeinsamen Plattform des Jeep Compass und baute einen ungewöhnlich hohen SUV darauf. In Deutschland stellte sich der Ami mit dem kantigen Erscheinungsbild jedoch nicht als Erfolg heraus, sodass der Dodge in diesem Jahr aus dem Programm flog. Gebrauchtkäufer könnten den außergewöhnlichen Softroader jedoch mittlerweile zum annehmbaren Preis kaufen. Statt dem ursprünglich aufgerufenen Preis von knapp 30.000 Euro kostet die Diesel-Version mittlerweile nur noch etwa 13.000 Euro.

Im Design setzt Dodge auch mit dem Nitro seinen amerikanischen Stil durch. Hier hat man sich keinesfalls auf europäische Kompromisse eingelassen, der Amerikaner wirkt im Vergleich zu den deutschen Modellen wie ein Show-Car. Das macht das Design zu einem echten Exoten, der jedoch bei der deutschen Kundschaft nicht wirklich ankam. Im Innenraum gibt es durchschnittliche Verarbeitung, die Übersichtlichkeit ist gut. Der Kofferraum bietet magere 369 Liter Stauraum, dafür ist die Beladung dank geringer Ladekante und herausziehbarer Ladefläche einfach in den SUV zu bekommen.

Einen Tribut an die europäischen Sitten konnte sich Dodge dann in der Motorenpalette doch noch abringen. Statt des dicken V6 mit vier Litern Hubraum, der sich nur ein Jahr auf dem deutschen Markt halten konnte, bot man einen 2,4-Liter-Diesel mit 177 PS. Doch ist beim großen Benziner der Spritkonsum rückschrittlich, wirkt auch der Selbstzünder besonders in der Geräuschkulisse antiquiert. Auch im Fahrverhalten kann man beim Dodge-SUV nicht mit den mittlerweile PKW-ähnlichen Zuständen bei anderen Geländewagen rechnen. Im Nitro wird man eher Opfer der Umstände. So reagiert der Ami-Softroader stark auf Seitenwind und beantwortet Kurven mit starker Seitenneigung und Untersteuern. Auch die Technik des optionalen Allradantriebs ist nicht mehr auf dem Stand der Zeit. Statt die Kraft bedarfsgerecht zu verteilen, schickt er jeweils 50% an die Vorder- und an die Hinterachse.

So stellt der Nitro wohl eher einen technischen Rückschritt dar, indem auch keine der angebotenen Motorisierungen überzeugen können. Wer trotzdem dem Ruf nach einem kantigen Show-Car aus Amerika nicht widerstehen kann, der greift dann auch stilecht zum V6 mit Automatik. Dieser kostet mit Baujahr 2007 noch knapp 17.000 Euro.

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