Ein Knöllchen im Ausland

Knöllchen im Ausland

Zwar ist der Bußgeldkatalog auch bei uns deutlich teurer geworden, doch vergisst man schnell, was für ein Autofahrerparadies Deutschland eigentlich ist. Das böse Erwachen kommt dann, wenn man im Ausland nett von einem Polizisten zur Seite gewunken wird. Kleinste Verkehrsvergehen können hier sehr teuer werden. Doch, was gilt hier rechtlich?

Was wird vollstreckt?

Zitat: Gemäß § 87 Abs.2 IRG werden von Gerichten oder Verwaltungsbehörden in anderen EU-Staaten rechtskräftig verhängte, strafgerichtlich überprüfbare Geldsanktionen vollstreckt. Der Begriff der Geldsanktion umfasst neben Geldbußen und Geldstrafen auch Verfahrenskosten (§ 83 Abs.3 IRG).

Und aus welchen Ländern wird dann vollstreckt?

Für uns Deutsche bedeutet das, dass wir Geldsanktionen aus allen EU Ländern zahlen müssen, mit Ausnahme von Kroatien, Irland, Italien und Griechenland.

Und wie steht es mit Nicht- EU Ländern?

Bußgelder, die in einem Nicht-EU Land angefallen sind, können in Deutschland nicht vollstreckt werden. (z. B. Norwegen, Lichtenstein und Schweiz) Daher zahlt man dort meist vor Ort!

Ab welchem Betrag werden Bußgelder vollstreckt?

Nach § 87 Abs.3 IRG werden Bußgelder ab mindestens 70€ vollstreckt. Darin enthalten sind auch alle Verfahrenskosten zur Vollstreckung.

Wird auch Führerscheinentzug sanktioniert oder nur Bußgelder?

Zurück in Deutschland können hier nur Bußgelder sanktioniert werden. Verstöße, die zum Führerscheinverlust führten, gelten nur in dem Land, in dem der Verstoß verübt wurde.

Und wie sieht es mit Punkten aus?

Nicht anders, wie beim Führerscheinentzug. Auch hier gilt, dass es Punkte in Flensburg nur für Verstöße in Deutschland gibt.

Fazit: Wer innerhalb eines EU-Landes ein Verkehrsvergehen begeht, der wird auch in Deutschland dafür zur Kasse gebeten. In allen anderen Ländern wird man sofort vor Ort zahlen müssen. Den Führerschein oder Punkte kostet einen ein Verstoß im Ausland allerdings in Deutschland nicht.

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