Eisiger Zwischenstopp – Verhaltensregeln beim Wintereinbruch

Jedes Jahr kommt der Winter für viele Autofahrer überraschend. Frost oder Schnee haben sich über Nacht auf das Auto gelegt und alle Scheiben bedeckt. Eiskratzen, Schneefegen, Glätte, oder ungeplante Stopps in Schneeverwehungen gehören bei diesem Wetter zur Tagesordnung. Mit den richtigen Tipps, der richtigen Vorbereitung und Ausrüstung kann ein Autofahrer gelassen dem nächsten Wintereinbruch entgegensehen.

Hat sich über Nacht eine dicke Schneedecke über das Fahrzeug gelegt, muss der Fahrer vor Fahrantritt das Auto komplett vom Schnee oder auch vom Eis befreien. Das kann manchmal schon eine Weile dauern bis der Fahrer mit dem Eiskratzer und dem Schneebesen das Auto für die Fahrt startklar bekommt. Um den Lack zu schonen sollte der Fahrer darauf achten einen weichen Besen zum Entfernen des Schnees zu benutzen. Von den Scheiben, der Beleuchtung, dem Kennzeichen, dem Dach bis hin zur Motorhaube muss alles schnee- bzw. eisfrei sein. Fahrer, die sich nur ein kleines Guckloch kratzen oder Schnee auf dem Autodach lassen, riskieren bis zu 80 Euro Bußgeld und drei Punkte in Flensburg. Denn der herunter wehende Schnee kann den nachfolgenden Verkehr stark behindern. Aber auch der Fahrer selbst kann bei einem stärkeren Bremsvorgang die Sicht verlieren, wenn der angetaute Schnee vom Autodach nach vorne über die Windschutzscheibe rutscht. Für eine freie Sicht hat der Fahrer hier die Möglichkeit eine Kunststoffgarage über das Auto zu ziehen, die er dann für die Fahrt einfach mit Schnee und Eis abnehmen kann, ausschüttelt und in eine Kunststoffwanne im Kofferraum aufbewahrt. Eine weitere Variante für eine gute Sicht ist ein Abdecken der Autoscheiben mit einer speziell beschichteten Folie. Käuflich zu erwerben sind diese Hilfsmittel im Fachhandel, in Werkstätten oder an Tankstellen.

Wenn der Winter plötzlich hereinbricht und Schnee auf den Straßen liegt, kann es plötzlich sehr glatt werden. Darum sollte der Abstand zum vorausfahrenden Verkehr vergrößert werden, da diese Straßenbedingungen für längere Bremswege sorgen. Weiterhin besteht die Gefahr, dass das Fahrzeug ins Rutschen oder Schleudern gerät, weshalb der Fahrer schnelle Lenkbewegungen oder starkes Beschleunigen vermeiden sollte. Kommt das Fahrzeug aber trotz Winterreifen mal ins Rutschen und sitzt anschließend in einer Schneewehe fest, sollte der Fahrer unbedingt ruhig bleiben. Denn übertriebenes und unnötiges Gas geben mit Reifen, die wild durchdrehen, hilft in diesem Fall nicht viel. Im Gegenteil, der durchdrehende Reifen sorgt nämlich für einen immer tiefer werdendes Loch. In so einer Situation kann der Fahrer es mit vorsichtigen Rausschaukeln versuchen. Diese Variante sollte aber nur im Notfall genutzt werden, da die Möglichkeit besteht, dass die Kupplung überlastet wird. Durch kontinuierliches Gas geben und Auskuppeln wird also das Fahrzeug hierfür ins Wippen gebracht. Die Schaukelstrecken müssen so groß werden, dass der Fahrer mit Schwung im richtigen Moment aus der Schneewehe fahren kann. Ist diese Möglichkeit nicht erfolgreich, können Fußmatten bei dem Befreiungsversuch helfen. Sie werden unter den antreibenden Reifen gelegt und sorgen für den nötigen Halt. Personen, die sich in der Nähe des Fahrzeuges befinden, sollten sich ein wenig in Acht nehmen und zurücktreten, da die Matten durch den Antrieb der Räder weggeschleudert werden können. Praktisch sind in dieser Situation Schneeketten. Sie sind in der Regel schnell montiert und haben den nötigen Grip. Ist die Schneewehe allerdings zu hoch, kann ein Freischaufeln die Lösung sein. Sitzt das Fahrzeug allerdings mit der Achse und dem Unterboden auf, nützt das Freischaufeln der Reifen nicht viel. Hier kann nur noch ein Abschleppdienst helfen. Bei einsetzendem Schneefall und den daraus resultierenden glatten Straßen ist es am besten einen Gang herunterzuschalten und die Fahrweise anzupassen. Zu dieser Jahreszeit sollte der Fahrer immer eine warme Decke sowie eine warme Jacke im Auto haben. Damit  der Fahrer und eventuelle Mitfahrer nicht frieren, wenn das Fahrzeug stecken geblieben ist und auf Hilfe gewartet werden muss. Für den Fahrer ist allerdings nicht jede Kleidung fürs Autofahren geeignet. Klobige Schuhe, Pudelmützen oder dicke Mäntel können eine Verringerung der körperlichen Beweglichkeit oder eine Einschränkung der Sichtverhältnisse verursachen. Auch die Wirkung des Sicherheitsgurtes kann beeinflusst werden. Deshalb sollte ein Fahrer immer auf angemessene Kleidung achten.

Auch eingefrorene Spritzwasserdüsen oder ähnliches sind bei diesem Wetter an der Tagesordnung. Dabei können ein paar Vorkehrungen das Fahrzeug eisfrei durch den Winter bringen. Damit der Kühler nicht einfriert sollte in gewissen Abständen die Frostbeständigkeit des Kühlmittels geprüft werden. Denn das Einfrieren des Kühlmittels kann nicht nur den Kühler sondern auch den Motor ruinieren. Die Überprüfung der Flüssigkeit sollte mindestens -25 °C betragen. Genügend Frostschutzmittel sollte auch in der Scheibenwischanlage vorhanden sein. Gerade in den Wintermonaten ist eine gute Sicht sehr wichtig. Zu dieser Zeit gelangt immer wieder Schneematsch oder verdrecktes Regenwasser auf die Scheiben. Deshalb muss die Funktion der Scheibenwischanlage immer gewährleistet sein. Die Flüssigkeit aus Wasser und Reinigungskonzentrat auf Ethandiolbasis sollte bis mindestens – 20°C frostsicher sein. Nicht nur die Flüssigkeiten des Kühlers und der Scheibenwischanlage können im Winter einfrieren. Auch den Autotüren kann dieses Schicksal ereilen. Gummidichtungen an Türen oder Heckklappe behandelt der Autofahrer deshalb am besten mit speziellen Pflegestiften auf Silikon- oder Hirschtalgbasis, damit diese nicht aneinander  festfrieren. Auch ein zugefrorenes Türschloss kann die geplante Autofahrt ausfallen lassen.  Wichtig sind bei diesem Wetter auch die richtigen Reifen. Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte muss ein Fahrzeug mit Winterreifen ausgerüstet sein. Das Profil dieser Reifen gewährleistet den nötigen Griff bei winterlichen Straßenverhältnissen.

Ein Fachmann kann bei der Umsetzung dieser Frostschutz-Vorkehrungen und der Wahl der richtigen Reifen behilflich sein. Die meisten Werkstätten bieten hierfür einen speziellen Wintercheck an. Hat der Fahrer dann noch die nötigen Hilfsmittel, wie zum Beispiel Eiskratzer, Schneebesen, Schaufel, warme Decke usw. im Auto, kann der nächste Wintereinbruch kommen.

Eisiger Zwischenstopp – Verhaltensregeln beim Wintereinbruch
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