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Elektroautos als Mittel zum Zweck?

Das von Martin Winterkorn, Chef des Fahrzeugherstellers Volkswagen, ausgerufene “Jahr der Elektromobilität” ist vorbei, doch es hat sich nicht allzu viel getan auf dem Markt der Elektroautos. Sicher, die Verkäufe haben sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppelt. Das klingt im ersten Moment gut. Doch wenn man sich die Anzahl der verkauften Elektroautos anschaut, die 2012 weniger als 3.000 Stück betrug, erkennt man, dass der Markt der E-Mobile weiterhin eine Nische ist.

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Elektroautos sollen CO2-Bilanz ausgleichen

Experten zufolge wird sich daran auch nicht viel ändern. Wolfgang Bernhart vom Beratungsunternehmen Roland Berger beispielsweise ist der Ansicht, dass lediglich so viele Elektroautos verkauft würden, bis die CO2-Bilanz der Fahrzeughersteller ausgeglichen ist. Die Autobauer setzen weiterhin auf die konventionellen Antriebe und würden das Elektroauto lediglich als Mittel zum Zweck benutzen, um mit den CO2-Rabatten auf alternative Antriebe den von der EU vorgeschriebenen Grenzwert von 95 Gramm pro Kilometer nicht zu überschreiten.

Hohe Investitionen in alternative Antriebe

Diese Ansicht teilen allerdings nicht alle Experten. Peter Fuß, ein Berater der Automobilbranche, ist der Ansicht, dass die Branche auf den Markt der Elektroautos setzen wird. Dafür seien zu viele Vorleistungen bei vielen Fahrzeugherstellern getätigt worden. Enorme Summen seien in die Bereiche Forschung und Entwicklung geflossen, um die alternativen Antriebe zu verbessern. Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zeigt jedoch, dass in Europa nur ein kleiner Teil der Fahrzeughersteller auf alternative Antriebe setzt. Demnach wollen drei Viertel der Autobauer den Hauptteil der Investitionen in die Entwicklung sparsamerer Verbrennungsmotoren setzen. Elektromobilität spielt beim Großteil der Befragten nur eine untergeordnete Rolle.

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