Elektroautos – Laden ohne Kabel

Die Brandserie bei dem us-amerikanischen Fahrzeughersteller Tesla, zu geringe Reichweite, zu wenig Ladestationen, zu teuer – derzeit steckt das Marktsegment der Elektroautos in einer Krise. Die Verkaufszahlen sind überschaubar und die potentiellen Käufer skeptisch. Die Branche muss sich einiges einfallen lassen, um den Autofahrern die E-Mobile schmackhaft zu machen.

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Eine neue Technologie macht übererdige Ladestationen überflüssig Foto: © Kurt F. Domnik/pixelio.de

 

Zahlreiche Innovationen

Und einige Unternehmen zerbrechen sich schon die Köpfe. So baut der schwedische Fahrzeughersteller Volvo flexible Akkus, die überall im Fahrzeug Platz finden und so das Batterieproblem lösen sollen. Tesla hat angekündigt, das Tankstellennetz für Elektroautos in Deutschland umfassend mitgestalten zu wollen. In den nächsten Monaten soll die Strecke München – Amsterdam flächendeckend Strom anbieten. Zudem sollen Fahrer des Model S ihr Elektroauto an den neuen Zapfsäulen kostenlos aufladen können, solange das Auto fährt. Und Qualcomm Halo, ein us-amerikanischer Chip-Hersteller, hat sich seine Ideen in der Küche geholt.

Prinzip Kochplatte

Das Induktionsprinz kennen viele Menschen aus ihren Herdplatten. Qualcomm Halo hat dieses Prinzip übertragen und entwickelt ein System, durch welches die elektromagnetischen Felder das Reichweitenproblem von Elektrofahrzeugen lösen sollen. Das Prinzip ist einfach. Im Unterboden des Fahrzeugs befindet sich eine Spule, in der Asphaltplatte der Straße oder eines Parkplatzes eine zweite. Über das entstehende Magnetfeld zwischen beiden Spulen wird der Akku des Elektrofahrzeugs aufgeladen.

Anfragen der Automobilindustrie liegen schon vor

So einfach das System ist, so wirkungsvoll ist es auch. Einen Vergleich mit Kabelsystemen braucht die Entwicklung von Qualcomm Halo nicht zu scheuen. Ersten Untersuchungen des Fraunhofer-Instituts zufolge erreichten die Prototypen eine Energieübertragungsrate von 22 Kilowatt. Damit könne eine Batterie innerhalb einer Stunde auf 80 Prozent Leistung geladen werden. Die ersten Anfragen der Automobilindustrie liegen laut Qualcomm Halo schon vor. Bis 2016 wollen Daimler und BMW Fahrzeuge mit dieser Technologie auf den Markt bringen. Doch so, wie es aussieht, haben auch hier die Japaner die Nase vorn. Diese wollen noch früher mit der neuen Entwicklung auf den Markt.

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