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Ernüchterung bei Elektroautos

Vor einigen Jahren war es ein großer Hype. Die Elektroautos stellten das große Versprechen an die umweltbewussten und kraftstoffpreisgeplagten Kunden dar. Viele Fahrzeughersteller wie General Motors, Nissan, Opel und Renault sprangen auf den Zug auf und präsentierten neue, innovative Modelle. Doch damit ist es nun vorbei. Auf der IAA wird das Elektromobil zwar immer noch als Trend der Zukunft präsentiert, allerdings gibt es kaum neue Modelle. Dies hat mehrere Gründe.

 

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In Europa haben es Elektromobile schwer, Fuß zu fassen Foto: © GM Company

Von den Fahrzeugherstellern, die in den vergangenen Jahren ihre neuen Elektromobile werbewirksam in Szene gesetzt hatten, ist auf der IAA im Segment der Elektroautos kaum etwas zu sehen. Sie haben sich aus dem Markt weitgehend zurückgezogen, da sich kaum Interessenten für ihre Fahrzeuge fanden. Die Probleme von damals bestehen noch heute. Die Fahrzeuge sind aufgrund der Technik viel zu teuer. Zudem haben die Elektroautos nach wie vor Probleme mit der Reichweite. Nach ein paar Dutzend Kilometern ist Schluss. Und wenn dann aufgetankt werden muss, ist guter Rat teuer. Das kaum existente Tankstellennetz für Elektroautos in Europa lässt kaum eine bequeme Haltung der Fahrzeuge zu.

Bis Ende 2014 sollen auf dem deutschen Markt 16 unterschiedliche Modelle erhältlich sein, eine Ankündigung, die das Vorhaben der Bundesregierung bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu bringen, wie ein schlechter Witz wirken lässt. Zumal man mit diesem Vorhaben wohl kaum die einheimische Wirtschaft stärkt. Die asiatischen Fahrzeughersteller sind den europäischen im Bereich Elektromobilität teilweise um bis zu 15 Jahre voraus. Die europäische und vor allem deutsche Industrie setzt immer noch auf Verbrennungsmotoren.

Aus diesem Grund setzt man lieber auf einen Kompromiss. Hybride aus Elektromotor und einem sogenannten “Reichweitenverlängerer” machen den Elektromobilen Konkurrenz. Einer der Vorreiter in Sachen Hybridtechnik ist der Fahrzeughersteller Opel. Dieser verbaut diese Technologie in Vertreter seiner groß angekündigten Modelloffensive. Zudem haben die Rüsselsheimer zahlreiche neue Antriebe angekündigt, die auch auf dem Hybridprinzip beruhen. Und der Erfolg scheint dem Fahrzeughersteller recht zu geben. Nach langen Jahren Talfahrt konnte sich Opel in diesem Jahr wieder fangen. Trotz Krise auf dem europäischen Markt gelang es den Rüsselsheimern nach Angaben ihres Vorstandsvorsitzenden Dr. Karl-Thomas Neumann, zum ersten Mal nach 15 Jahren keine Marktanteile zu verlieren.

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