Ferrari 250 Pininfarina II Cabrio

Seit dem recht bizarren Tod der Tänzerin Isador Duncan im Spätsommer 1927 auf einer Straße in Nizza gab es im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche Prominente, die durch Unfälle im Auto den Tod fanden. Manche von ihnen haben wie James Dean, der in seinem Porsche 550 Spyder den Tod fand, eine ganze Generation geprägt und wurden zu einer Legende. Manchmal allerdings wird das Fahrzeug zur Legende. Wie das Ferrari 250 Pininfarina II Cabrio, das zum Symbol eines Fahrzeugs für Lebemänner wurde.

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Der Fahrer, der am 5. Juli 1965 nach einer durchgefeierten Nacht in der französischen Hauptstadt mit dem Cabrio verunglückte, war jedenfalls einer. Porfirio Rubirosa war eigentlich geübt im Fahren, er startete bei Le Mans und einmal in der Formel 1. Als fünfmal verheirateter Playboy, Diplomat und Liebling der Regenbogenpresse benötigte Rubirosa natürlich ein Fahrzeug, das seinem glamourösen Leben entsprach. Ein solches fand er im Ferrari 250 Pininfarina II Cabrio.

Von diesem Fahrzeug wurden zwischen 1959 und 1962 lediglich 200 Stück hergestellt. Unter der Motorhaube verrichtete der legendäre 250er Motor seinen Dienst, eine 3-Liter-Zwölfzylinder-Maschine. Trotz des Motors und dessen Erfolge im Rennsport kann das Ferrari 250 Pininfarina II Cabrio kaum als Sportwagen ausgelegt werden. Für 50.000 Mark erhielt man vielmehr ein Luxusobjekt, das einige wenige sportliche Anleihen aufwies. Für mehr war die Karosserie auch nicht ausgelegt. Die etwas schwergängige Lenkung, der Radstand von 2,60 Metern und die starre Hinterachse verhinderten eine sportliche Fahrweise.

Flottes Fahren war mit den 240 PS allerdings drin. Der Motor beschleunigte das Cabriolet in nur acht Sekunden auf 100 km/h. Genug, um auf den sommerlichen Straßen der frühen 60er Eindruck zu schinden. Ebenso viel Aufsehen erregte man mit dem edlen Innenraum. Das Interieur bestand aus geschmackvollem Leder. Einmal im Ferrari 250 Pininfarina II Cabrio Platz genommen, überzeugte auch die angenehm weiche Federung. Ausgestattet war das Cabriolet mit einem Softtop, das wie bei den meisten italienischen Cabrios nach wenigen Handgriffen die Sonne hereinließ. Doch wer nun mit dem Gedanken spielt, sie einen der raren Italiener nach Haus zu holen, wird leider enttäuscht sein. Die Hoffnung auf eigenes Ferrari 250 Pininfarina II Cabrio ist klein. Wer noch auf eines der seltenen Fahrzeuge stoßen sollte, die zum Verkauf stehen, sollte das Zehnfache des damaligen Kaufpreises erübrigen können, um es sein Eigen nennen zu dürfen.

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