Fiat Multipla: Rundum ungewöhnlich

Mysteriöse Designkonzepte werden in der Presse und im Marketing-Sprech gerne als „mutig“ verkauft. Auch beim Fiat Multipla war diese Entwicklung nach seiner Einführung im Jahr 1999 häufig zu beobachten. Es gab jedoch auch Medien, die in ihrer Bewertung deutlicher und selber mutiger waren. So wählte der Spiegel den Kompaktvan zu einem der zehn hässlichsten Autos, Autobild machte ihn sogar zum „Peinlichsten Auto aller Zeiten“. Von diesen niederschmetternden Bewertungen sollte man sich dagegen nicht abschrecken lassen, denn Fiat hielt an seinem Konzept fest und änderte mit einem 2004 veröffentlichten Facelift die Front des Multipla in Richtung des klassischeren Fiat Panda.

Mit diesem Facelift trennte man sich von der oft kritisierten abgesetzten Leiste, die Motorhaube und Frontscheibe nochmals abtrennt. Auch die kleinen Glubschaugen des Multipla mussten einem flüssigeren Design weichen. So wurde der Fiat in Deutschland bis in das Jahr 2008 verkauft. Im Innenraum überrascht der kompakte Van mit einem 3+3-Raumkonzept. Statt der normalerweise zwei Frontsitzen verpackte man im Multipla drei Sitze in der vorderen Reihe und schaffte so Platz für sechs Personen. Die Passagiere profitieren dabei von Einzelsitzen, einer hohen Sitzposition und einem praktikablen Interieur, welches 2006 einer Überarbeitung unterzogen wurde.

Trotz hohem Aufbau und bedächtiger Optik lassen sich mit dem Fiat Multipla dank straffem Fahrwerk hohe Kurvengeschwindigkeiten und dynamisches Fahrverhalten erreichen. Seitenneigung gibt es fast gar nicht und die Lenkung arbeitet erstaunlich direkt. Im Motorraum hat man dann die Wahl zwischen einem 1,6-Liter-Basisbenziner, einem 1,9-Liter-Diesel in zwei Generationen und einer Bifuel-Lösung, die auf dem Benzinmotor basiert. Letztere hat neben dem Benzintank noch Behälter für Erdgas an Bord und realisiert so eine Reichweite von bis zu 920 Kilometern.

Besonders aufpassen muss man bei Fiat mit den Modellen der ersten Baujahre. Hier blieb die Verarbeitungsqualität hinter den Erwartungen zurück und man muss mit Fehlern im Motormanagement, gebrochenen Auspuffanlagen oder Macken an der Wegfahrsperre rechnen. Weitere häufige Problemstellen sind undichte Motoren und gerissene Zahnriemen. Gebraucht ist der Kompaktvan bereits ab 2.500 Euro zu haben. Für den kraftvolleren Diesel muss man etwa das Doppelte investieren, die Erdgasversion liegt in etwa auf dem Preisniveau des Selbstzünders.

Bewerten Sie den Artikel

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


7 − eins =

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>