Fiat Stilo: Tiefrote Mängelliste

Als Golf-Konkurrenz gestartet, wurde der Fiat Stilo nach nur sechs Jahren auf dem deutschen Markt eingestellt. Er sollte neuen Schwung in die vorher durch den Fiat Bravo vertretene italienische Mittelklasse bringen, wurde aber besonders aufgrund schlechter Verarbeitungsqualität in Deutschland zum Flop. Trotzdem ist der Stilo mittlerweile als Gebrauchter einen Blick wert, denn so günstig und schick kommt man kaum an einen Kompaktwagen.

Neben dem Design kann sich auch das Platzangebot sehen lassen. Während gut verstellbare Sitze des Fahrers für Übersichtlichkeit sorgen, haben auch Passagiere im Fond ausreichend Beinfreiheit. Der Kofferraum des Stilo bietet dank verschiebbarer Rücksitzbank bis zu 410 Liter Ladevolumen. Beim Transport sperriger Gepäckstücke stört allerdings die hohe Ladekante. Wenn oft viel Gepäck benötigt wird, dann lohnt sich ein Blick auf den 2003 eingeführten Kompaktvan namens Stilo Multi Wagon. Sein Kofferraum fasst bei umgeklappter Rückbank bis zu 1480 Liter.

Die Ausstattung des Stilo überzeugt bereits in der Basisversion. Mit Klimaanlage, sechs Airbags, Zentralverriegelung und Bordcomputer im Serienumfang sind keine teuren Extras nötig. Auch das Fahrverhalten ist dank serienmäßigem ESP und ABS sicher. Besonderes Feature des Fiat: Ein „Citymodus“ der Lenkung erleichtert das Rangieren und die großen Lenkwege in der Stadt. Das Fahrwerk des Stilo erntet für angenehme Abstimmung und sicheres Fahrverhalten ebenfalls Lob.

Der kompakte Fiat war im Laufe seines Autolebens mit sieben Benzin-Motorisierungen und sechs Diesel-Aggregaten erhältlich. Einen guten Kompromiss aus Leistung und Spritverbrauch bieten dabei der 1,8-Liter-Benziner mit 133 PS und der 1,9-Liter-.Diesel mit 115 PS (bis 2005). Sportliches Topmodell ist wie bei Fiat üblich der Abarth, der neben optischen Veränderungen mit starkem 2,4-Liter-Fünfzylinder mit 170 PS ausgeliefert wurde.

Die Produktion des Stilo in Europa wurde 2007 eingestellt, der Multi Wagon wurde noch bis 2008 verkauft. Ersetzt wurde der Stilo durch eine neue Generation des Fiat Bravo, der einen deutlichen Qualitätssprung schaffte. Der Stilo dagegen hat etliche Mängelquellen und schneidet in den Mängellisten schlecht ab. Besonderes Augenmerk sollten Gebrauchtwagenkäufer auf Achsen, Fahrwerk und Bremsen legen. Außerdem leidet der Italiener unter rostenden Auspuffanlagen und Ölverlust an Motor und Getriebe.

Preislich beginnt ein Basismodell der ersten Baujahre bereits bei 2000 Euro. Neuere und insbesondere leistungsstärkere Modelle kosten dagegen bis zu 7000 Euro.

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