Fiat übernimmt Chrysler – Gefahr für Alfa

Die Komplettübernahme des us-amerikanischen Fahrzeugherstellers Chrysler durch Fiat könnte sich für die Italiener als Segen erweisen. Als die italienische Marke Anfang des Jahres bekannt gab, den amerikanischen Konzern übernommen zu haben, schoss die Fiat-Aktie in die Höhe und legte zeitweise 15 Prozentpunkte zu. Allerdings könnte es in dem Deal auch Verlierer geben. Experten befürchten, dass sich das Geschäft zum Nachteil für die Tochtermarke Alfa Romeo auswirken wird.

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Mit der Übernahme von Chrysler durch Fiat könnte die schwächelnde Fiat-Tochter Alfa Romeo weiter abstürzen Foto: © setcookie/pixelio.de

 

Günstige Übernahme

Mit der vergleichsweise kostengünstigen Übernahme von Chrysler überraschte der Chef von Fiat die Analysten. Für lediglich knapp 3,65 Milliarden Dollar übernahm der italienische Konzern den Anteil des Pensionsfonds Veba an dem Fahrzeughersteller Chrysler. Die Analysten bewerteten das Aktienpaket mit vier Milliarden Dollar, der Fonds verlangte sogar fünf Milliarden. Das Geschäft ist optimal. Noch vor einigen Jahren half Fiat Chrysler aus einer Krise, nun soll das Tochterunternehmen mit seinen Ersparnissen von zwölf Milliarden Dollar dem Mutterkonzern aus den Schwierigkeiten helfen.

Marcionne könnte Alfa fallen lassen

Fiat zufolge soll nun vor allem der schwächelnden Tochtermarke Alfa Romeo wieder auf die Beine geholfen werden. Allerdings bezweifeln Experten und Anleger, ob dies wirklich oberste Priorität ist. Einige Experten vermuten, dass der Fiat-Chef die Sportwagenmarke vielmehr zugunsten Chrysler fallen lässt. Sergio Marcionne sei zwar ein sehr guter Stratege. Doch ein Händchen für höherwertige Autos sei ihm nicht nachzusagen. Zudem schenke er der Marke Alfa Romeo zu wenig Aufmerksamkeit. Und diese wird benötigt, denn die Konkurrenz drängt in den kommenden Monaten verstärkt in das Segment der Sportwagen, die italienische Marke droht, verdrängt zu werden.

Verkauf droht

Eine Modernisierung der Marke wäre dringend notwendig, doch Alfa fehlt einfach das Geld. Und auch Chrysler ist nicht so gut aufgestellt, dass das Unternehmen dem Sportwagenhersteller unter die Arme greifen könnte. Der Autoanalyst Jürgen Pieper rechnet daher damit, dass der Sportwagenhersteller in den kommenden Jahren verkauft wird. Spätestens wenn der Nachfolger Marcionnes auf dem Chefsessel sitzt. Und auch die Käufer stehen schon bereit. So hat Volkswagen bereits seit mehreren Jahren Interesse an Alfa.

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