Ford Escort XR3i MK4 Cabriolet – die fahrende Schwachstelle?

Mein Cousin hatte damals so einen, in Jägermeister Orange, tiefergelegt und mit breiten Felgen. Viele weitere Ford Escort Cabrio Modelle ereilte das gleiche Schicksal, sie wurden – nennen wir es mal vorsichtig – modifiziert. Der 1.6 Liter Motor leistete immerhin 105 PS, damit konnte man den offenen Escort auf über 185 km/h beschleunigen. Das Fünfgang Getriebe arbeitete meist zuverlässig, der Motor läuft jedoch eher unkultiviert. Es gibt neue Fahrzeuge die haben einen kleineren Kofferaum, der schluckte damals nämlich 320 Liter, in den Tank passten 55 Liter und nach ca. 500 km musste man den Wagen auch schon nachtanken. Wer einen XR3i fuhr hatte kein Spritsparmodell, der wollte Spaß.

Optional gab es für den Ford Escort bereits in den frühen 80er Jahren die Möglichkeit ein elektro-hydraulisches Verdeck zu bekommen, das Cabrio wurde übrigens von Karmann gebaut, dem Cabriobauer der 80er, und 90er Jahre. Das Fahrwerk ist straff abgestimmt und auch die Karosserie gilt in der Regel als Verwindungssteif. Schwachstellen findet man bei dem MK4 Modell an der Vorderachse, besser gesagt an den Gummilager der Querlenker. Bei den alten Modellen hat man auch hin und wieder Probleme mit der Kraftstoffpumpe, hier sind oft korrodierte Anschlüsse die Fehlerquelle. Das gleiche gilt auch für andere technischen Ersatzteile wie Relais, Schalter und Scheinwerfer. Der Escort MK4 verfügt über eine Nachstellautomatik für das Kupplungspedal, wenn es beim einkuppeln also zu Geräuschen kommt, könnte diese Automatik defekt sein oder aber die Kupplungsscheibe muss ausgetauscht werden. Wer heute noch einen MK4 aufbauen / kaufen möchte, sollte sich in der Regel auf Rost gefasst machen. Frontblech, Batterieauflage, Fußboden, Heckblech, Radkästen hinten, Radläufe, Türen, Seitenschweller usw. und das obwohl die Cabriomodelle über eine bessere Rostvorsorge verfügen als die normalen Ford Escort MK3 Fahrzeuge die in Köln vom Band liefen.

Beim Cabrio sollte man besonders auf die Gummidichtungen achten und natürlich das Dach begutachten. An den Nieten und an den Knickstellen reisst das Dach besonders gerne ein. Bei der Probefahrt auf die Geräuschsentwicklung achten.

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