Ford Ka: Zwerg mit Mängeln

Drei Türen, vier Sitze und ein Kleinstwagen für die Stadt. Mit diesem Konzept wurde der Ka von Ford zwölf Jahre fast unverändert gebaut. Erst im Februar 2009 folgte eine neue Generation des kleinen Kölners, die dem aktuellen Ford-Design anderer Modelle stark angepasst wurde und gemeinsam mit dem Fiat 500 in Polen produziert wird.

Die erste Generation, die 1996 auf den Markt kam, fiel besonders durch ihr Design auf. An der ungewöhnlichen Optik spalteten sich die Meinungen, ein paar Fakten gilt es aber festzuhalten: Eine Bauzeit von zwölf Jahren in einer Generation haben nur wenige Autos geschafft, mit 1,5 Millionen verkauften Exemplaren gehört der Ka zu den erfolgreichen Autos und der Kleinwagen ist aus dem Stadt- und Straßenbild kaum mehr wegzudenken.

Zu den wichtigsten Eigenschaften eines Stadtautos zählen eine gewisse Spritzigkeit im Stadtverkehr, ein guter Sicherheitsstandard, ein sparsamer Antrieb und ein ordentliches Platzangebot für Einkäufe. Der Ka erfüllt von dieser Auflistung allerdings nur den ersten Punkt. Überzeugend ist im Kleinstwagen besonders das agile Fahrverhalten. Die Motoren liefern genügend Leistung für das knapp eine Tonne schwere Auto, die Lenkung ist exakt und auch die Schaltung ist angenehm.

In den Punkten Sicherheit, Spritverbrauch und Platzangebot gibt es dagegen Abzüge für den kleinsten Ford. Im ersten Baujahr war nur ein Fahrerairbag serienmäßig, ein Antiblockiersystem kostete Aufpreis und ist erst seit 2005 serienmäßig. Auch die Anzahl der Airbags wurde nur schrittweise auf zuletzt vier Stück erhöht. So wurden in einem NCAP-Crastest im Jahr 2000 nur magere drei von fünf Sternen erreicht. ESP erreichte den Kleinstwagen erst in der aktuellen zweiten Generation.

Der erste Ford Ka war in seiner zwölfjährigen Bauzeit mit insgesamt fünf Benzinmotoren von 1,3 bis 1,6 Liter Hubraum und von 50 bis 95 PS erhältlich. Empfehlenswert ist dabei schon die kleinste Motorisierung, die für den Ford ausreichen Leistung bei annehmbarem Spritverbrauch bietet. Der mit 95 PS stärkste Motor im Ka-Angebot gehört zum Sondermodell des Sportka, der von 2003 bis 2008 gebaut wurde.

Ein sehr schlechtes Zeugnis wir dem Ford Ka in Prüfberichten und Pannenstatistiken ausgestellt. Im Jahr 2008 landete der Wagen auf dem letzten Platz in der ADAC-Pannenstatistik in der Kategorie „Kleine Klasse“. Besonders problematisch und teuer ist der Rost, der neben tragenden Teilen auch gerne Heckklappe und Einstieg befällt. Kabelbrüche sorgen außerdem häufig zu Ausfällen der Elektrik.

Die Vergleichbarkeit auf dem Gebrauchtwagenmarkt leidet unter der Vielfalt an Sondermodellen. Je nach Modell kann sich die Ausstattung teilweise stark unterscheiden, sodass sich ein genauer Blick auf Zusatzausstattungen immer lohnt. Grundsätzlich liegen die Marktpreise zwischen 1600 Euro (Baujahr 2002) und knapp 4000 Euro (Baujahr 2007). Der stärker motorisierte Sportka schlägt mit mindestens 4000 Euro zu Buche.

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