Für gleichmäßigen Abrieb sorgen Gründe für unterschiedlich abgefahrene Reifen

Reifen die auf einer Seite abgefahren sindReifen gehören mit zu den wichtigsten Bauteilen eines Fahrzeuges, denn sie bilden den Kontakt zur Straße. Um eine sichere Fahrt zu gewährleisten muss der Reifen genügend Profiltiefe, den korrekten Luftdruck sowie keine Schäden aufweisen. Mit einer guten Wartung kann die Lebensdauer der Reifen verlängert werden. Aber die beste Pflege nützt irgendwann nichts mehr, wenn das Reifenprofil abgenutzt ist. Meistens ist die Abnutzung der Pkw-Reifen nicht immer gleichmäßig. Das kann unterschiedliche Gründe haben.

Ein nicht korrekter Luftdruck beeinflusst einen ungleichmäßigen Verschleiß an den Reifen. Bei zu niedrigem Druck im Reifen bekommt die Mitte der Lauffläche keinen Kontakt zum Boden. Das heißt, der Reifen läuft nur auf den beiden Außenrändern der Lauffläche, was zu unterschiedlich abgefahrenen Reifen führt. Ist der Luftdruck zu hoch kommt es nur mit der Mitte der Reifenlauffläche zu einer Berührung der Fahrbahn. Dadurch ist der Abrieb in der Mitte der Lauffläche stärker. Es kommt zu einer Verringerung der Kurvenstabilität und Reifenlebensdauer. Deshalb sollten alle zwei Wochen oder vor jeder längeren Fahrt der Luftdruck aller Reifen auch der des Reserverades geprüft werden. Das gilt auch für Reifen, die mit Stickstoff oder Reifengas gefüllt sind um einen gleichmäßigen Abrieb zu gewährleisten.

Neben dem normalen Verschleiß gibt es auch andere Situation in denen die Reifen der vorderen Achse ungleichmäßig verschleißen. Bei einer falschen Achseinstellung zum Beispiel ist der Abrieb der Reifen nicht identisch. Das können Gründe sein, wie eine nicht korrekte Einstellung von Sturz oder Nachlauf oder einer falschen Einstellung der Spur. In solchen Fällen sollte in einer Fachwerkstatt die Achse vermessen und gegebenenfalls korrigiert werden. Auch defekte Federn oder Stoßdämpfer können einen ungleichmäßigen Abrieb verursachen genauso wie eine Unwucht im jeweilig betroffenen Rad. Auch hier kann der Fachmann die Ursache beseitigen. Manchmal kann auch eine zu scharfe Fahrweise in den Kurven den Verschleiß an den Reifen beschleunigen. Hier hilft aber nur eine Veränderung der eigenen Fahrweise.

Reifen, die auf der Antriebsachse montiert sind, haben einen stärkeren Abrieb. Ein Tausch der Hinterreifen auf die Vorderachse oder umgekehrt ist jederzeit möglich, dabei können die Unterschiede gering gehalten und stärkere Abnutzungserscheinungen vermieden werden. Je nach Profiltiefe können die Reifen gleichmäßiger abgefahren werden. Von einem Tausch der Reifen von der linken Seite auf die rechte Seite sollte man allerdings absehen, denn diagonal sollte nie gewechselt werden. Die Hinterachse mit den schlechteren Reifen zu bestücken, erhöht die Schleudergefahr und damit ein erhöhtes Unfallrisiko. Das gleiche ist aber auch bei der Vorderachse der Fall.

Gute Reifen auf der Vorderachse bieten beim Bremsen und bei Aquaplaning mehr Sicherheit. Während gute Reifen an der Hinterachse für eine bessere Stabilität in Not- und Ausweichsituationen, wie zum Beispiel auf nasser Fahrbahn, sorgen. Bei Fahrzeugen mit ESP können Reifen mit geringen Profilunterschieden von vorne nach hinten und umgekehrt gewechselt werden, da das ESP-Programm die Schwächen korrigiert. Bei größeren Profilunterschieden kann ESP zum Beispiel bei schlechten Reifen an der Hinterachse, ein Ausbrechen in Notsituationen auch nicht mehr verhindern. Auch der Bremsweg wird bei schlechten Vorderreifen wesentlich länger. Aus Sicherheitsgründen sollte eine Kombination von Reifen mit deutlichem unterschiedlichen Verschleiß an der Vorder- und Hinterachse vermieden werden. In solchen Fällen ist es besser vier neue Reifen anzuschaffen.

Für gleichmäßigen Abrieb sorgen Gründe für unterschiedlich abgefahrene Reifen
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