Gefahren der Vernetzung

Derzeit feiern die Autobauer auf dem Auto Salon in Genf die nicht mehr aufzuhaltende digitale Revolution. Die Vernetzung der Fahrzeuge bringt einen höheren Komfort und mehr Sicherheit ins Auto, zudem sollen die Automobile in einigen Jahren autonom fahren. Doch wie so vieles hat auch die Vernetzung der Fahrzeuge ihre Schattenseiten, die nicht unterschätzt werden sollten.

Vernetzung Digitalisierung Hacker

Foto: © GM Company

Rechtliche Grauzone beim Datenschutz

Eine davon ist das Problem des Datenschutzes. Die für die Vernetzung notwendigen Geräte sammeln Daten, die häufig an Dritte weitergeleitet werden. Bislang ist unklar, was mit diesen Daten geschieht und wer sie überhaupt nutzen darf, warnen Datenschützer. Die Rechtslage ist unklar, sie das Recht kann mit der rasanten Entwicklung der digitalen Revolution nicht mithalten, so dass sich hier eine riesige Grauzone gebildet hat.

Bremsanlage ausschalten

Die Vernetzung nach außen sowie die hohe Vernetzung der Elektronik im Inneren des Fahrzeuges selbst bietet allerdings noch schwerer wiegende Gefahren, die derzeit nur wenigen bewusst sind. Der Anschluss des Fahrzeuges ans Netz bietet nämlich auch Hackern Gelegenheit für Angriffe. Und dabei können nicht nur die Radiosender verstellt oder das Navi manipuliert werden. US-amerikanische IT-Spezialisten zeigen in Videos und weiteren Veröffentlichungen die Möglichkeiten, die versierten Hackern offenstehen. Diese reichen von einer simplen Veränderung der Tankanzeige hin zu einer ausgeschalteten Bremsanlage. Auch die Manipulation des Chips der Wegfahrsperre war möglich, so dass den IT-Leuten der Weg ins Fahrzeuginnere freistand, berichtet das Handelsblatt in seiner Online-Ausgabe.

Besonders Android-Smartphones gefährdet

Die Fahrzeughersteller stehen nun natürlich vor einem großen Problem. Sollte die Gefahr durch mögliche Hacker der breiten Masse bewusst werden, droht ein Vertrauensverlust, die Autobauer bleiben auf ihren hochvernetzten Zukunftsvisionen sitzen. Vor allem nach dem NSA-Skandal dürfte es nicht weit her sein mit dem Vertrauen in eine Technik, die auf Smartphones aufbaut. Besonders Mobiltelefone mit Android-Software sind gefährdet, wie aus einem Memo der Abteilung der Inneren Sicherheit der USA hervorgeht. Das Fraunhofer Institut versucht nun, den Autobauern zu helfen.

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