Hemdsärmeliger Brite

In den vergangenen Jahrzehnten baute der britische Fahrzeughersteller größtenteils bequeme, gefällige Wagen für die gehobenere Klasse. Kompromisslose Sportwagen waren nicht im Sortiment. Doch nun, 40 Jahre, nachdem das letzte Fahrzeug der legendären E-Type vom Band gelaufen ist, haben es sich die Briten anders überlegt. Aggressiv, eng und laut, der Jaguar F-Type legt keinen großen Wert darauf, allen unbedingt gefallen zu müssen. Statt vor die Londoner Villa passt er eher vor einen Pub nach einem Spiel von Tottenham.

 

Optisch gefällt das niedrige, zweisitzige Cabriolet allerdings schon, wie es ganz klassisch daherkommt mit seinen 4,47 Metern Länge, der langgezogenen Motorhaube und dem kurzen Heck. Hier zeigt der F-Type allerdings gleich, dass er nicht als Alltagsfahrzeug taugt. Weisen Kofferräume bei dieser Fahrzeugklasse allgemein ein Platzproblem auf, ist der F-Type mit seinem Raumangebot von nur 196 Litern nicht für große Sprünge geeignet. Im Innenraum sieht es nicht viel besser aus. Von viel Platz kann man trotz der Fahrzeugbreite von 1,93 Metern kann man auf den sehr niedrigen Sportsitzen nicht reden. Aber funktionell will der F-Type auch gar nicht sein.

Hinter dem Lenkrad Platz genommen, blinkt einen schon der pulsierende Startknopf des Jaguar an, und fordert zum Start auf. Kurz gedrückt, lässt einen der aggressive Klang des 3,0-Liter-V6 die Nackenhaare zu Berge steigen. Alternativ ist auch ein Achtzylinder erhältlich. Beim Tritt aufs Gaspedal merkt man schnell, dass der Motor mit seinen 380 PS hält, was er verspricht. In nur 4,9 Sekunden knackt der F-Type aus dem Stand die magische 100-km/h-Marke. Bei 275 km/h ist leider Schluss, die Briten regeln ab. Besonders Spaß macht der F-Type auf kurvigen Strecken. Der Heckantrieb schiebt den Jaguar um die Kurven, dass es eine Freude ist. Für den Stadtverkehr ist der Brite aufgrund seiner harten Dämpfung weniger geeignet, der Rücken dankt dem Fahrer eine Stadtfahrt kaum.

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