Kältemittelstreit: EU hat keine Bedenken

Der Kältemittelstreit zwischen Daimler und der EU geht in die nächste Runde. Die zuständige EU-Kommission hat am vergangenen Freitag die von dem Fahrzeughersteller geäußerten Sicherheitsbedenken zurückgewiesen. Die durchgeführte wissenschaftliche Überprüfung der Tests habe demnach die Gefährlichkeit des Kältemittels R1234yf nicht bestätigen können, so die Behörde.

Kältemittelstreit EU Daimler R1234yf

Daimler: Bericht der EU-Kommission ignoriert unabhängige Institute

Bereits Ende Januar teilte der EU-Industriekommissar mit, dass die Prüfungen des Kältemittels keinen Anlass für Bedenken gäben. Die EU-Kommission leitete daraufhin ein Verfahren gegen die Bundesrepublik ein, da ihrer Ansicht nach europäische Verträge verletzt wurden. Der Hersteller des umstrittenen Kältemittels R1234yf, Honeywell, unterstützt die EU-Kommission. Der Bericht der EU sei nicht anfechtbar, urteilte der US-amerikanische Konzern. Das Mittel sei sicher für die Anwendung in Fahrzeugen, stellte ein Sprecher des Unternehmens klar. Daimler hingegen weist das Urteil der EU-Kommission zurück. Der Bericht sei zu eng gefasst, so die Begründung des Fahrzeugherstellers. Es gebe weitere Hinweise von unabhängigen Prüforganisationen wie der Deutschen Umwelthilfe, die jedoch von der Kommission bei der Prüfung des Berichtes nicht berücksichtigt wurden.

Bericht stützt Test des KBA

Die EU beharrt jedoch weiter auf ihrem Bericht. Mit der neuen Untersuchung stütze die EU die Tests des Kraftfahrtbundesamtes, so ein Sprecher der Kommission. Der Test des KBA hat im vergangenen Jahr ergeben, dass das Kältemittel unter den vorgeschriebenen Testbedingungen nicht entflammbar sei. Erst unter verschärften Bedingungen ist es in Brand geraten. Gerät das Mittel in Brand, entsteht Flusssäure, die stark gesundheitsschädigend ist. Auch die Feuerwehr warnt vor dem Kältemittel und befürchtet, dass die Einsatzstrategie bei Unfällen neu angepasst werden müsse, um die Rettungskräfte nicht zu gefährden. Dadurch würden die Einsätze länger dauern und wertvolle Minuten verloren gehen. Zudem könnte weniger Rücksicht auf zu rettende Personen genommen werden.

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