Keine Autowäsche auf dem Privatgrundstück – Autowäsche mit Chemikalien verunreinigt das Grundwasser

Privatgrundstück und AutowäscheWenn im Frühjahr die ersten warmen Tage ins Land ziehen, sind die meisten Autoliebhaber nicht mehr zu halten. Die Fahrzeuge werden gewaschen, geputzt und poliert. Dabei stellt sich immer noch der eine oder andere Autofahrer die Frage, ob er nicht sein Fahrzeug auch auf dem Privatgrundstück waschen darf.

Während es vor Jahren noch üblich war sein Fahrzeug auf dem eigenen Grundstück zu waschen, suchen heutzutage die Autofahrer Waschstraßen oder Waschplätze für die Reinigung des Fahrzeuges auf. Das schont die Umwelt. Denn durch eine Autowäsche auf dem eigenen Grundstück können Öle, Benzin, Fette, Ruß, Schwermetallstäube sowie Reinigungsmittel ins Grundwasser gelangen. Damit also keine Fremdstoffe in den Boden versickern, dürfen generell auf unbefestigten Grundstücken keine Autowäschen vorgenommen werden. In einer Waschanlage kann so etwas nicht passieren. Hier gelangt das verschmutzte Wasser nicht in das Grundwasser. Denn laut Bundesbodenschutzgesetz ist es verboten Schmutzwasser in den Boden versickern zu lassen. Holt doch einmal ein Autofahrer den Eimer und das Putzmittel heraus, um seinen Wagen auf dem Privatgrundstück zu waschen, können empfindliche Geldbußen oder sogar eine Freiheitsstrafe drohen. Denn das Autowaschen auf dem Privatgrundstück erfüllt ein Straf- bzw. Ordnungswidrigkeitentatbestand. Denn verstößt ein Autobesitzer gegen dieses Verbot, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Diese wird mit einem Bußgeld bestraft. Laut Bußgeldkatalog kann sich die Geldstrafe bis zu 250 Euro für Oberflächengewässer und bis zu 25.000 Euro für Grundwasser belaufen. Wird eine Verunreinigung des Gewässers nachgewiesen, kann das für die betreffende Person eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe bedeuten. Wem also die Preise der Autowaschanlage zu hoch sind, oder wer sein Fahrzeug lieber mit der Hand wäscht, der sollte die hierfür zugelassenen Selbstbedienungswaschplätze aufsuchen. In diesen sogenannten Waschboxen kann der Fahrzeugbesitzer seinen Wagen auf Hochglanz bringen ohne das Schmutzwasser in den Boden gerät. Denn diese Waschplätze verfügen über eine Schlammabtrennung, Öl- und Benzinabscheider sowie Filter zur Abtrennung der Schmutzstoffe.

Das normale Abwasser auf dem eigenen Grundstück versickert im Boden oder wird in ein Oberflächengewässer geleitet, sofern es nicht schon vorher in einen Regenwasserkanal geleitet wird. Deshalb ist eine Autowäsche auf einem Privatgrundstück nur dann erlaubt, wenn das Fahrzeug ohne chemische Reinigungsmittel, d. h.  lediglich mit klarem Wasser gereinigt wird. Wobei die Erlaubnis hier auch nur für eine Oberwäsche zählt. Eine Motorwäsche oder das Reinigen von Ladeflächen oder ähnlichem ist nicht gestattet. Auch eine Benutzung von Heißwasserhochdruckreinigern oder Dampfstrahlgeräten ist nicht zulässig. Außerdem darf das Waschwasser nicht in einen Versickerungsschacht fließen. Ferner ist auch eine direkte Einleitung in ein Oberflächengewässer verboten.

Keine Autowäsche auf dem Privatgrundstück – Autowäsche mit Chemikalien verunreinigt das Grundwasser
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0 Gedanken zu „Keine Autowäsche auf dem Privatgrundstück – Autowäsche mit Chemikalien verunreinigt das Grundwasser

  1. Sollte die Autowäsche auf einem Privatgrundstück im Interesse des Umweltschutzes nicht generell verboten werden? Die Erfahrung lehrt doch, das der Mensch im allgemeinen und überhaupt von Natur aus faul und träge ist??

  2. Sollte die Autowäsche auf einem Privatgrundstück im Interesse des Umweltschutzes nicht generell verboten werden? Die Erfahrung lehrt doch, das der Mensch im allgemeinen und überhaupt von Natur aus faul und träge ist??