Kia Picanto: Solider Preisbrecher

Bei seiner Premiere im Jahr 2004 wurde der Kia Picanto hochgelobt. Besonders durch seine gute Preisgestaltung konnte sich der Japaner deutlich von den europäischen Kleinwagen absetzen. Ebenfalls als überzeugend stellten sich das Platzangebot im Innenraum und die Verarbeitung heraus. Mittlerweile hat sich der Picanto als solider Kleinwagen etabliert und eine zweite Generation ist fest geplant.

Äußerlich wirkt der Kia alles andere als pikant. Mit dem extra für den europäischen Markt entwickelten Kleinwagen haben die Japaner keine Experimente gewagt, sondern sich hauptsächlich auf bekannte und bewährte Designelemente verlassen. Im Innenraum wirkt der Picanto dagegen erstaunlich hochwertig. Gute Verarbeitung und ein großes Platzangebot in Front und Fond garantieren angenehme Fahrt. Außerdem ist der Einstieg bei dem nur als Fünftürer erhältlichen Wagen leicht. Aufpassen sollten allerdings interessierte Familien, denn der Picanto ist in Serie nur ein Viersitzer, ein dritter Sitzplatz im Fond kostet Aufpreis. Der Kofferraum ist ebenfalls klein gehalten. Mit nur 157 Litern Ladevolumen kann man sich in diesem Aspekt nicht von der Konkurrenz abheben.

Das Fahrgefühl im japanischen Kleinwagen ist durchschnittlich. Pluspunkte gibt es für eine direkte Lenkung, gute Bremsen und ein gut abgestimmtes Fahrwerk. Negativ fällt dagegen die hakelige Schaltung auf. Die Sicherheitsausstattung ist nur mittelmäßig. Zwar gehören ABS und vier Airbags zur Serienausstattung, ESP gibt es allerdings erst seit 2008 und im NCAP-Crashtest konnte man nur magere drei von fünf Sternen erreichen. Die Motorenauswahl beschränkt sich im Kia auf zwei Aggregate mit 1,1 Litern Hubraum. So stehen ein Benziner mit vier Zylindern und 65 PS und ein Dreizylinder-Diesel mit 75 PS im Angebot. Dabei fällt besonders der Benziner aufgrund seines hohen Verbrauchs negativ auf.

Besonders häufig offenbart der Picanto Mängel an der Elektronik. So fallen zum Beispiel Lampen regelmäßig aus. Doch auch verschlissene Bremsen, Ölverlust und leichter Rost machen dem Kia zu schaffen. Durch den niedrigen Einstiegspreis sind auch die Kurse auf dem Gebrauchtwagenmarkt im Keller. Einen Picanto mit Baujahr 2004 und Benziner gibt es bereits für 2400 Euro. Ein vier Jahre altes Diesel-Exemplar kostet 4200 Euro.

Kia Picanto: Solider Preisbrecher
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