Kia Rio: Von groß nach klein

Pünktlich zum Jahrtausendwechsel führte Kia mit dem Rio einen neuen Wagen im Segment der Kompaktwagen ein. Zuerst nur als Schrägheck (bzw. Kombi) erhältlich, folgte im darauffolgenden Jahr eine Stufenhecklimousine. Letztere stieß jedoch in Deutschland auf wenig Gegenliebe und wurde schnell wieder eingestellt. 2002 überarbeitete man den Rio optisch, 2005 folgte eine zweite Generation. Eine dritte Generation soll zum September 2011 auf dem deutschen Markt zu kaufen sein und ein komplett neues Markengesicht von Kia repräsentieren.

Die erste Rio-Generation war aufgrund ihrer Größe noch der Kompaktklasse zuzurechnen. In diesem Segment wollte man besonders über den günstigen Anschaffungspreis von etwas mehr als 10.000 Euro der europäischen Konkurrenz Marktanteile wegnehmen. So bot der bis 2005 gebaute Rio Platz für 449 bis 1277 Liter Gepäck und angenehmen Sitzkomfort. Das Interieur war dagegen aus billigem Plastik gefertigt und konnte nicht überzeugen. Im Zuge der Neuauflage des Rio wählte man eine neue Zielgruppe für den ehemaligen Kompaktwagen. Statt Vergrößerung setzte man auf Downsizing und macht den Rio zum Kleinwagen, der in Klasse von VW Polo und Opel Corsa antreten sollte. Auch optisch orientierte man sich stärker an den europäischen Kleinwagen-Formen. Die Außenlänge sank auf 3,99, der Platz im Innenraum wurde deutlich begrenzter und der Kofferrauminhalt sank auf 270 Liter. Auch die Verarbeitungsqualität konnte man verbessern und dem Klassenstandard anpassen.

War das Fahrwerk in der ersten Rio-Generation noch amerikanisch weich abgestimmt, wagte man mit dem Modellwechsel eine straffere Auslegung, welche zu dem Auto passt. Auch die Lenkung spricht präzise an und kann mit den Mitbewerbern problemlos mithalten. Die Motorenpalette des Kleinwagens beginnt seit 2005 bei starken 97 PS mit dem 1,4-Liter-Basisbenziner. Mittlerweile wurde das Angebot zwar um einen 75-PS-Benziner ergänzt, der 1,4-Liter-Motor präsentiert sich allerdings besser als der schwächere und der stärkere Konkurrent (1,6-Liter, 116 PS). Ein Diesel mit 1,5 Litern Hubraum und 110 PS ist ebenfalls in der Liste und verrichtet im Rio einen guten Job. Die Durchzugskraft ist gut und der Selbstzünder überzeugt mit Laufruhe.

Im Vergleich zur europäischen Konkurrenz bietet der Kia Rio bereits ab Werk ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, welches der kleine Koreaner auch seiner umfangreichen Serienausstattung verdankt. Seit 2005 sind ab Werk ESP, ABS, Servolenkung und Airbags mit an Bord. Ein gebrauchter Rio der zweiten Generation beginnt bei 3.500 Euro. Mit 1,5-Liter-Selbstzünder muss man dem Verkäufer mindestens 4.200 Euro in die Hand drücken. Dieser vergleichsweise geringe Aufpreis rechtfertigt den Griff zum Diesel.

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