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Künstlicher Sound für Elektrofahrzeuge

Neben ihrer Umweltfreundlichkeit haben Elektroautos eine Eigenschaft, die vor allem lärmgeplagte Großstadtbewohner freut – sie sind bemerkenswert leise. Doch diese Eigenschaft wird für die ruhigen Fahrzeuge und andere Verkehrsteilnehmer zu einem manchmal gefährlichen Nachteil. Denn vor allem Fußgänger und Fahrradfahrer haben sich in den Jahrzehnten, in denen laute Otto- und Dieselmotoren vorherrschten, gelernt, sich auch mit dem Gehör zu orientieren. Dies kann nun gefährlich werden, wenn plötzlich ein Elektroauto wie aus dem Nichts auftaucht.

 

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Foto: © GM Company

Höheres Unfallrisiko mit Elektroautos

Eine aktuelle Studie aus dem us-amerikanischen Raum bestätigt diese Gefahr. Die Erhebung der NHTSA, des amerikanischen Verkehrssicherheitsministeriums, zeigt, dass das Risiko mit einem Hybridfahrzeug zu verunfallen, das im Elektrobetrieb fährt, deutlich höher ist als mit Fahrzeugen, die mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren betrieben werden. Nun ist ein heftiger Streit zwischen den Befürwortern der Stille entstanden, die mit den Elektroautos eine Chance sehen, den Lärm in den Ballungszentren deutlich zu reduzieren, und den Kritikern, die Sicherheitsbedenken äußern und fordern, die Elektroautos mit künstlichen Geräuscherzeugern auszustatten.

Einheitliche Regelung erst im Laufe des Jahres

Die Politik hält sich aus der Debatte weitgehend raus. Eine EU-Vorlage spricht lediglich von einer Harmonisierung schallerzeugender Einrichtungen, die eine warnende Funktion haben sollen. Derzeit herrscht europaweit noch keine einheitliche Regelung, welche Geräusche diese entsprechenden Geräte aufweisen und wie laut sie sein sollen. Damit ist dem VDA zufolge erst im Laufe des Jahres zu rechnen. Also entwickeln die Fahrzeughersteller in Eigenregie derzeit munter drauflos. Einer der Vorreiter ist der Fahrzeughersteller Daimler, der seine Akustikabteilung mit 250 neuen Mitarbeitern aufgestockt hat. Ihnen ist es gelungen, einen Sound-Generator zu entwickeln, der das Geräusch eines Verbrennungsmotors simuliert.

Elektroufo

Andere Fahrzeughersteller sind da schon kreativer und experimentieren mit Geräuschen, die an Vogelgezwitscher und raschelndes Laub erinnern. Allerdings wird dies vergebliche Mühe sein, denn die EU hat bereits im Vorfeld klargestellt, dass Naturgeräusche ebenso verboten sein werden wie Melodien oder Sirenen. Was jedoch möglich sein wird, ist eine Entwicklung von Nissan und Renault, die dem Elektroauto, dem Fahrzeug, das seit Jahrzehnten ein Protagonist in technisierten Utopien ist, den entsprechenden Tribut zollt. Ihre Elektroautos sollen mit den sphärischen, UFO-ähnlichen Klängen klingen, als ob sie aus einer Zukunftsvision entsprungen sind.

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