Land Rover Defender: Matsch statt Asphalt

Der Defender ist der Klassiker unter den Geländewagen. Für Puristen ist der ursprüngliche Land Rover neben der G-Klasse einer der wenigen echten Geländewagen, die heute noch ohne SUV-Allüren auskommen. Doch der Fokus auf die robuste Geländetauglichkeit bringt natürlich für Straßenfahrer auch klare Minuspunkte mit sich. So sind weder Straßenlage noch Sicherheitsausstattung oder Federung annähernd auf dem Stand eines aktuellen Automobils. Trotzdem ist die Beliebtheit für den Defender ungebrochen und nur der Porsche 911 kann einen ähnlich hohen Werterhalt aufweisen.

Bereits seit 1948 wird der auch gewerblich oder militärisch oft genutzte Ur-Defender bereits produziert. 1990 musste man aufgrund der Modellerweiterung bei Land Rover durch den Discovery auch dem Geländewagen mit „Defender“ auch einen Namen verpassen. Die letzte Modellüberarbeitung des Geländewagens stammt aus dem Jahre 2007. Hier gab es eine Frischzellenkur für Innenraum und Technik, die bekannte Außenform blieb dagegen fast unverändert. Neue Ansichten gibt es beim Blick auf das Armaturenbrett, die Sitze bieten deutlich verbesserten Komfort und Seitenhalt und auch eine Heizung ist erstmals erhältlich.

Besonders beeindruckend ist die Konstanz bei Land Rover in Sachen Fahrwerk. Hier setzt man – abgesehen von einem Wechsel von Blattfedern auf Schraubfedern – auf eine ähnliche Technik wie vor 50 Jahren. Unverändert sind auch die Fähigkeiten in Sachen Geländefortbewegung geblieben. Hier geht es auf jedem Terrain vorwärts, mit 23 Zentimetern Bodenfreiheit und 50 Zentimeter Watttiefe lassen sich auch unwegsame Hindernisse passieren. Doch so gut wie es im Gelände voran geht, so schlecht sind die Eigenschaften im Straßenbetrieb. Der Verzicht auf elektronische Fahrhilfen fordert den Fahrer in vielen Situationen, auch die starke Wankneigung und die Empfindlichkeit gegenüber Wind sorgen für eine vorsichtige Fahrweise.

Eine Neuerung gab es in Sachen Motorisierungen. Anstelle des bisherigen Fünfzylinder-Diesels treibt seit 2007 ein Vierzylinder-Selbstzünder aus dem Ford Transit den Geländewagen an. Mit 122 PS aus 2,4 Litern Hubraum leistet er zwar auf dem Papier dasselbe, dafür gibt es ein breiteres nutzbares Drehzahlspektrum und mehr Drehmoment. Als größter Negativpunkt des geländegängigen Briten kann man wohl die Kosten anführen. Hohes Preisniveau, durstige Motoren und die entsprechend magere Ausstattung sorgen dafür, dass nur Fans oder häufige Geländefahrer zuschlagen. Die bekommen dann allerdings ein einmaliges Fahrgefühl mit Traditionsbewusstsein und echter Praktikabilität. Einen Defender aus dem Jahr 2002 bekommt man bereits ab 9.000 Euro, die neue Serie gibt es ab 16.000 Euro. Entscheiden muss man sich neben dem Radstand auch zwischen Station Wagon, Hardback oder Softback.

Land Rover Defender: Matsch statt Asphalt
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