Mercedes M-Klasse: Weniger Gelände, mehr Straße

Die G-Klasse für die Straße heißt bei BMW seit 1997 M. So führten die Stuttgarter als erster deutscher Hersteller einen SUV auf dem deutschen Markt ein. Die erste Generation, die bis 2005 in Amerika gebaut wurde, ist jedoch kein empfehlenswerter Kauf. Hier sind Verarbeitungsmängel und Qualitätsprobleme inklusive, die nicht der normalen Mercedes-Qualität entsprechen. Mit dem Modellwechsel 2005 hat sich dies weitestgehend geändert und die Verarbeitung wurde stark verbessert.

Doch nicht nur die Qualität wurde mit dem Wechsel von der ersten zur zweiten Generation verbessert. Auch die Straßentauglichkeit wurde durch den Verzicht auf einen Leiterrahmen verbessert. Gleichzeitig werden so die Grenzen zwischen SUV und Geländewagen deutlicher, denn mit einer selbsttragenden Karosse und den damit eingeschränkten Geländefähigkeiten zählt die M-Klasse definitiv zu den SUV. Auch weitere typische Geländewagenmerkmale sind mit dem neuen Modell in die Aufpreisliste gewandert. So ist serienmäßig weder Sperrdifferenzial noch Getriebereduktion in den M-Modellen verbaut.

Auf der Straße zeigt das neue Modell dagegen deutlich verbesserte Fahrwerte. So ist das Mercedes-Fahrwerk sehr komfortabel geraten und Autobahnetappen in der M-Klasse entspannend. Auch das Thema Sicherheit ist gut repräsentiert. ESP hilft dem Fahrer in brenzligen Situationen und trotz des hohen Schwerpunkts bleibt die Seitenneigung immer im Rahmen. Im Gegensatz zur Verwendung als Geländewagen wird für Käufer der M-Klasse die Zugkraft immer wichtiger. In der aktuellen Generation lassen sich so bi zu 3,5 Tonnen Gewicht anhängen.

In der Motorenpalette stehen drei Benziner und eine große Bandbreite an Diesel-Motorisierungen. Währen die V6- und V8-Benziner zwar besonders mit ruhigem Lauf glänzen, machen die Unterhaltskosten sie unrentabel. Hier lohnt sich ein Griff zu einem der sparsameren V6-Diesel. Als Empfehlung gilt hier der ML 320 CDI mit 224 PS.

Durchgehend negative Einträge gibt es beim Thema Zuverlässigkeit für die Bremsanlage. Sie ist mit dem hohen Fahrzeuggewicht überfordert und bedarf vieler Reparaturen. Ebenfalls problematisch sind die Lenkung und die Traggelenke. Außerdem sollte man immer auf die vorherige Verwendung des Fahrzeugs achten. Im Gelände und als Zugwagen ist der Verschleiß natürlich deutlich höher als bei Straßenfahrten.

Die Preise für gebrauchte M-Klassen sind auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt noch auf hohem Niveau. Für einen Basisbenziner der aktuellen Generation sind mindestens 24000 Euro fällig. Für die empfohlene Diese-Motorisierung müssen bei Baujahr 2006 knapp 28600 Euro investiert werden. Als leistungsstarker ML 63 AMG mit 510 PS beginnen die Preise bei 50000 Euro.

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