Mercedes Vaneo: An der Zielgruppe vorbei

2002 feierte der Mercedes Vaneo seine Premiere, nur drei Jahre später wurde der Mercedes wieder eingestellt. In der Nische sollte der Vaneo den VW Caddy mit Stern darstellen. Im Windschatten der großen Modelle für den gewerblichen Gebrauch sollte ein Hochdachkombi für Familien im Lifestyle-Segment entstehen. Mercedes setzte auf Praktikabilität und einen hohen Nutzwert, konnte jedoch bei der angepeilten Zielgruppe nicht landen. So erreichte der Kompakt-Van seit Erscheinen nicht die Verkaufsziele des Herstellers.

Optisch macht der Mercedes Vaneo dabei gar keine schlechte Figur. Er wirkt wie eine in die Länge und Höhe gezogene A-Klasse und genau daher stammt auch in der Wirklichkeit die Grundlage des Hochdachkombis. Große Unterschiede gibt es bei der großen und kantigen Heckklappe sowie bei den Schiebetüren, die das Van-Flair unterstützen sollten. Die Front dagegen ist das typische Markengesicht und auch der steilen Frontscheibe sieht man ihre Herkunft deutlich an. In der Praxis profitiert man von dem hohen Aufbau besonders durch die erhöhte Sitzposition, in der man sich einen guten Ausblick verschaffen kann.

Seine Funktionalität als Van spielt der Mercedes Vaneo ab der zweiten Sitzreihe aus. Hier verschaffen Schiebetüren einen einfachen und praktischen Einstieg und auch die Sitze bieten eine große Variabilität. So kann man die Rückbank teilen und die entstandenen Einzelsitze komplett umklappen. Ist eine größere Ladefläche gefragt, dann können die hinteren Sitze auch komplett entfernt werden, das Entfernen des Beifahrersitzes war dagegen aufpreispflichtig. Die ebenfalls zusätzliche Familiy-Ausstattung hat außerdem einen ausziehbaren Ladeboden mit an Bord, der das Be- und Endladen deutlich vereinfacht.

Die Motorenpalette teilt sich der Mercedes Vaneo mit seinem technischen Vorbild, der A-Klasse. So stehen Benziner mit 1,6 und 1,9 Litern Hubraum und 82 bis 125 PS zur Verfügung. Besonders die größte Motorisierung wirkt dabei annähernd spritzig, der hohe Aufbau und die starke Seitenneigung verhindern jedoch diese sportlichen Auswüchse. Als Alternativen stehen noch zwei Selbstzünder mit 1,7 Litern Hubraum und 75 oder 91 PS zur Auswahl. Sicherheit gibt es bei Mercedes ab Werk. ABS, ESP und ein Bremsassistent gehören erfreulicherweise zur Serienausstattung. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt muss man für den Kompakt-Van mindestens 3.500 Euro ausgeben und gleichzeitig viele Kilometer in Kauf nehmen. Neuere Modelle mit wenigen Kilometern erzielen bis zu 10.000 Euro Gebrauchtpreis.

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