Motorkühlung – von luftgekühlten zu wassergekühlten Systemen

Sieht man einen Wagen mit geöffneter Haube im Sommer neben dem Stau auf dem Standstreifen stehen, eventuell sogar mit aufsteigendem Dampf, kann man getrost von einer Überhitzung des wassergekühlten Motors ausgehen. Fahrer eines VW Käfers können darüber nur lachen, schließlich fahren sie einen Wagen mit luftgekühltem Motor, da gibt es kein Wasser weit und breit, das zu heiß werden könnte. Dennoch hat sich trotz der Werbeaussage von VW „Luft kocht nicht, Luft gefriert nicht!“ die Luftkühlung nicht durchgesetzt, auch wenn sich Fahrzeuge wie der Porsche 911 lange Zeit damit halten konnten. Letztendlich wurde aber auch hier auf einen Wasserkühlung umgestellt.

Der Motor erzeugt nicht nur durch die Verbrennung an sich Wärme, sondern auch durch die entstehende Reibung der vielen beweglichen Teile. Zwar leistet auch das Öl neben der Schmierung noch einen gewissen Teil der Kühlung, aber letztendlich muss hier von außen nachgeholfen werden, um eine Überhitzung zu vermeiden. Und mit der wachsenden Größe und Leistung der Motoren musste hier schnell ein effizienteres Kühlsystem her, als nur die vorbeiströmende Luft zu ntzen. Komplexe Wasserkühlkreisläufe mit großen, im Fahrtwind stehenden Kühlern und zusätzlichen Ventilatoren und Pumpen kamen zum Einsatz und irgendwann kam die thermostatische Steuerung dazu. Ist der Thermostat kaputt oder platzt ein Schlauch, kommt es zur Überhitzung und dem eingangs geschilderten Szenario auf der Autobahn, das natürlich auch in der Stadt auftreten kann.

Obwohl die Systeme geschlossen sind, empfiehlt sich auch hier von Zeit zu Zeit eine Kontrolle des Wasserstandes. Dies natürlich am besten bei kaltem Motor, damit einem der Deckel aufgrund des Drucks beim Öffnen nicht um die Ohren fliegt und es zu Verbrennungen durch herausspritzendes heißes Wasser kommt. Sollte der Wasserstand abnehmen, gilt es zu kontrollieren, ob einen Undichtigkeit bei Anschlüssen und / oder Schläuchen besteht und das System tatsächlich Wasser verliert, ob sich dies eventuell durch platte Zylinderkopfdichtungen mit dem Öl vermischt, der Motor es also „verbraucht“ was über kurz oder lang zu einem Motorschaden führt. Hierzu einfach mal den Öldeckel abschrauben und nachsehen, ob sich heller Schaum / Schlamm daran bildet.

Im Winter sollte man darauf achten, dass genügend Frostschutz im Kühlkreislauf vorhanden ist, damit das Wasser bei Minusgraden nicht einfriert und somit nicht zirkulieren kann. Dazu gibt es entsprechende Messgeräte, aber auch fast jeder Tankwart / jede Werkstatt macht dies gerne – meist sogar kostenfrei, schließlich möchte sie Frostschutzmittel verkaufen.

Motorkühlung – von luftgekühlten zu wassergekühlten Systemen
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