Neue Negativrangliste für Qualitätsmängel

Harte Spardiktate und die Strategie, in so vielen Fahrzeugen wie möglich die gleichen Teile zu verbauen – die Fahrzeughersteller lassen derzeit nichts unversucht, um die Auswirkungen der Krise auf dem Neuwagenmarkt abzufedern. Doch einige Fahrzeughersteller übertreiben es mit dem Sparen und der Gleichteilestrategie. Die Taktik geht nicht auf. Im Gegenteil, die Qualitätsmängel nehmen seit einiger Zeit zu. In den USA zeigte kürzlich eine Studie, dass die Zahl der Rückrufe mittlerweile die der Verkäufe überschritten hat. Trauriger Spitzenreiter der Negativrangliste ist der Fahrzeughersteller BMW.

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Der Fahrzeughersteller BMW hat vor allem in den USA mit der hohen Anzahl der Rückrufe zu kämpfen Foto: © Rainer Gräser/pixelio.de

 

Doch auch andere Fahrzeughersteller haben derzeit mit schweren Qualitätsmängeln zu kämpfen. Und das nicht nur in den USA. Wie Stefan Bratzel von der Wirtschaftshochschule in Bergisch Gladbach mitteilte, liegt die Durchschnittsquote für Rückrufe im Vergleich zu den Verkäufen bei allen großen Fahrzeugherstellern bei 142 Prozent.

Neben BMW führen Chrysler und Hyundai/Kia die Negativrangliste der Qualitätsmängel an. Alle drei Fahrzeughersteller mussten in den ersten sechs Monaten des Jahres 2013 dreimal mehr Autos in die Werkstatt beordern, als sie Neuwagen verkaufen konnten. Allerdings könnte die reale Anzahl der Rückrufe noch höher sein, da die Untersuchung nur die Pflichtrückrufe berücksichtigt, die von der Behörde NHTSA vorgenommen wurden. Diese beordert Fahrzeuge nur zurück in die Werkstatt, wenn diese riskante Defekte aufweisen oder wenn die Sicherheitsstandards nicht eingehalten wurden.

In der Untersuchung heißt es, dass die Zahlen keine Momentaufnahme seien. BMW führe bereits zum vierten Mal in Folge die Liste der sicherheitsrelevanten Mängel an. In den Jahren 2006 bis 2009 konnten die Bayern noch gute Werte aufweisen. Doch seit 2010 geht es damit rasant abwärts. Allein im ersten Halbjahr betrug bei BMW die Quote der Rückrufe 334 Prozent. In reellen Zahlen sind dies weit mehr als 500.000 zurückgerufene Fahrzeuge. BMW widersprach den Darstellungen der Studie und betonte, dass die Qualität der Fahrzeuge so hoch wie nie zuvor sei. Der Fahrzeughersteller verwies auf Fälle von freiwilligen Rückrufen, um beispielsweise eine Steckverbindung zu tauschen. Diese freiwilligen Aktionen würden die Werte verzerren.

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