Opel Antara: Konzern-interner Wettbewerb

Seit 2006 ist auch Opel mit einem eigenen Geländewagen auf dem Markt. Das Antara getaufte Modell wird von GM in Südkorea und St. Petersburg gebaut und ist baugleich mit dem Chevrolet Captiva, der ebenfalls in Deutschland verkauft wird. So kommt es zu der komischen Konstellation, dass sich das US-Modell in Deutschland doppelt so gut wie der Rüsselsheimer SUV verkauft. Trotz weitestgehend selber Technik gibt es auch preisliche Unterschiede zwischen den beiden Softroadern, beim Blick auf den Gebrauchtwagenmarkt liegen jedoch beide Modelle auf niedrigem Niveau.

Nicht nur äußerlich unterscheiden sich das Chevrolet- und das Opel-Modell deutlich. Auch im Innenraum setzt man auf zwei verschiedene Konzepte. Während Opel auf angenehme Platzverhältnisse für fünf Personen setzt, ist bei der amerikanischen Version noch eine dritte Sitzreihe mit zwei zusätzlichen Sitzen inklusive, die den Captiva zum Siebensitzer machen. Auch das Platzangebot im Kofferraum unterscheidet sich dementsprechend. In den Opel gehen im Normalfall nur 370 Liter, bei umgeklappter Rückbank finden bis zu 1420 Liter Gepäck Platz im Kofferraum. Beim Chevrolet dagegen gibt je nach Anzahl der Sitze 465 bis 1490 Liter Stauraum.

In puncto Fahrverhalten gibt es deutliche Unterschiede. Dabei ist der Opel mit seiner strafferen Abstimmung der dynamischere unter den beiden SUV. So sind auch schnelle Kurvenfahren mit dem Rüsselsheimer kein Problem. Der Chevrolet dagegen setzt auf Komfort, ermöglicht damit allerdings auch noch einen Tick Geländefähigkeit. Ein Ärgernis in beiden Modellen ist die indirekte Lenkung und die starke Seitenneigung der SUV.

In der GM-Motorenpalette haben sich die Diesel-Motoren als Empfehlung herausgestellt. Der 2-Liter-Motor ist kein Sportler, liefert aber mit seinen 150 PS genügend Kraft bei einem annehmbaren Spritverbrauch. Ebenfalls akzeptabel ist der 2,4-Liter-Basisbenziner mit 140 PS, der allerdings im Antara recht kraftlos wirkt. Beim Thema Zuverlässigkeit fallen besonders Bremsanalage und Fahrwerk in beiden Modellen als negativ auf. Ebenfalls schlechter als der Durchschnitt seiner Klasse ist der Opel in puncto Öldichtigkeit.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt gibt es einen Antara mit Baujahr 2006 schon für 10000 Euro. Für das empfohlene Diesel-Modell muss man dagegen mindestens 13000 Euro investieren. Nicht zu verwechseln ist der Antara mit dem vorher eingestellten Geländewagen Opel Frontera, der wirklich noch Geländefähigkeit geboten hat.

Opel Antara: Konzern-interner Wettbewerb
Bewerten Sie den Artikel