Raser am Pranger

Vor einigen Tagen empörte ein groß angelegter Blitzermarathon die Bundesrepublik. Fast 15.000 waren gleichzeitig für 24 Stunden an 8.600 Orten im Einsatz, um Temposünder zu blitzen. Allerdings war diese Aktion noch vergleichsweise human, erhielten die geblitzten Fahrer ihren Bußgeldbescheid noch per Post. Die Stadt Abensberg geht noch einen Schritt weiter.

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Die Stadt Abensberg greift zu bedenklichen Mitteln, um die Fahrer am Rasen zu hindern Foto: © seedo/pixelio.de

 

„Blitzerhighlights“ auf Facebook

Der Stadt reicht es nicht, die Temposünder nur zu blitzen und so vom Rasen abzuhalten. Die geblitzten Fahrer müssen zudem noch öffentlich büßen, beschlossen die Verantwortlichen im Verkehrsministerium. Die Stadt hat eigens eine Seite auf der Online-Community Facebook eingerichtet, um die sogenannten „Blitzerhighlights“ zu veröffentlichen. Dort finden sich die Blitzerfotos wie von dem Audi-Fahrer aus Regensburg, der in der Tempo-50-Zone mit 95 km/h erwischt wurde.

Meinungen der Bürger gespalten

Die Aktion „Raser des Monats“ wurde vom sogenannten „Verstoß des Monats“ inspiriert, einer Aktion des Zweckverbands Kommunale Verkehrssicherheit im bayrischen Oberland, und fand bereits zum zweiten Mal statt. Die Verantwortlichen sind überzeugt, dass die Aktion eine hohe Sensibilität schaffe. Die Meinungen der Bürger sind allerdings gespalten, die Kommentare auf Facebook zeigen eine hitzige Debatte.

Datenschützer äußern Bedenken

Zudem ist fraglich, ob sich die Aktion auch an rechtliche Vorgaben halte. Zwar sind Kennzeichen und Fahrer anonymisiert, doch die Fahrzeuge auf den qualitativ hochwertigen Bildern sind eindeutig zu identifizieren. Auch Datenschützer äußern sich kritisch. So seien die Bilder Beweisstücke in einem Ordnungswidrigkeitsverfahren, ihre Veröffentlichung also illegal. Bislang gab es jedoch noch keine Antwort von der Stadt zu einer angeforderten Stellungnahme.

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