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Reform der Biospritregeln verschoben

Die Reform der Regeln für Biosprit steht an. Doch die Energieminister der Länder können sich nicht auf eine gemeinsame Linie verständigen. Auch das Treffen am Donnerstag in Brüssel führte nicht zu einem Ergebnis. Einige offene Fragen verhindern eine politische Einigung, teilte der litauische Minister, der die Leitung innehatte, nach dem Treffen mit.

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Die Energieminister können sich bei den Regeln nicht auf eine gemeinsame Linie einigen Foto: © Viktor Mildenberger/pixelio.de

 

Kraftstoff aus Algen und Klärschlamm

Konkret geht es bei den Gesprächen darum, die Herstellung von Kraftstoff aus Getreide, Soja oder Raps einzudämmen. Die Kritiker mahnen, dass durch die Produktion derartigen Biosprits die Anbauflächen für Nahrungsmittel nach und nach verschwinden. Die EU plant nun, die Herstellung von Biokraftstoffen auf Algen oder Klärschlamm zu fördern. Die Ansichten über den litauischen Kompromiss gehen weit auseinander. Ungarn und Polen beispielsweise ging der Vorschlag zu weit, wohingegen Dänemark, Italien und die Niederlande diesen als nicht weit genug gehend kritisierten. Die BRD signalisierte hingegen Zustimmung.

Erleichterung in der Biospritbranche

Connie Hedegaard, die Klimakommissarin der EU, zeigte sich nach dem Treffen in Brüssel enttäuscht. Negativ sei der Ausgang des Treffens auch, weil er Ungewissheiten für die Biospritbranche bringe. Diese hingegen zeigte sich nach dem Treffen erleichtert. Elmar Baumann, der Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie, ist der Ansicht, dass ein solcher Kompromiss die europäische Landwirtschaft schwer beschädigt hätte. Auch der Bundesverband der Bioethanolwirtschaft zeigte sich erleichtert und kritisierte die fehlende wissenschaftliche Basis für die neuen Regelungen. Es gebe bislang kein geeignetes Berechnungsverfahren für die Verdrängungseffekte. Selbst ein Teil der Umweltschutzverbände waren erfreut über die Blockadehaltung. Leif Miller, der Bundesgeschäftsführer bei NABU, sagte, dass dieser Ausgang des Treffens besser sei als ein fauler Kompromiss. Nur der WWF zeigte sich enttäuscht. Eine Sprecherin teilte mit, dass dringend eine Lösung gefordert sei, um den Hunger in der Welt nicht zu vergrößern. Ein Aussitzen des Problems bringe nichts.

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