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Reifen aus Blumen

Die Suche nach ökologischen Alternativen bringt immer verblüffendere Entwicklungen zutage. Kraftstoff wird schon seit mehreren Jahren aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen. Nun hat die Industrie auch ein Verfahren entwickelt, mit dem sie Autoreifen aus Bestandteilen der Pflanze Löwenzahn herstellen kann. Bereits seit mehreren Jahren arbeiten das Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und angewandte Ökologie und der Reifenhersteller Continental an einer solchen Prozedur. Jetzt steht der Durchbruch kurz bevor.

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Dem Löwenzahn steht eine große Zukunft in der kautschukverarbeitenden Industrie bevor

 

Erste Testreifen in wenigen Jahren auf den Straßen

In Münster soll nun eine Pilotanlage errichtet werden, die auf der Löwenzahnbasis Naturkautschuk in größerem Umfang produzieren soll. Der Zeitplan sieht vor, dass bereits in den kommenden Jahren die ersten Testreifen aus Löwenzahn-Naturkautschuk über öffentliche Straßen rollen sollen. Der bislang genutzte Naturkautschuk kam aus subtropischen Zonen und musste erst langwierig und umweltbelastend über lange Strecken in die Industrienationen transportiert werden, um weiterverarbeitet werden zu können.

Große Potentiale durch anspruchslose Pflanze

Ein weiterer Vorteil des Naturkautschuks aus Löwenzahn liegt in der Genügsamkeit der Pflanze im Vergleich zum Gummibaum. Wie Nikolai Setzer, Vorstandsmitglied beim Reifenhersteller Continental, mitteilte, ist die Gewinnung von Kautschuk aus der Wurzel der in Europa beheimateten Pflanze deutlich wetterunabhängiger als die herkömmliche Methode. Die agrarisch recht anspruchslose Pflanze eröffne große Potentiale. Bislang ungenutzte Anbauflächen, die für nichts geeignet waren, könnten nun genutzt werden. Bislang steht allerdings noch nicht fest, wo in Europa der Löwenzahn in großem Stil angebaut werden soll.

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