Rover 75: Englisch-deutsche Kooperation

Im Jahr 2005 musste die MG Rover Group Insolvenz anmelden und mit einem Schlag stoppte dies jede weitere Fertigung der Fahrzeuge. 1998 kam Rover unter der Leitung von BMW jedoch mit einem letzten Vertreter der Oberklasse auf den Markt, der dem numerischen System der Bezeichnungen folgt und einfach nur 75 heißt. Das Fahrzeug wurde zwar vollständig bei Rover entwickelt, Teile und Motoren stammen dagegen teilweise direkt aus Bayern. Heraus kam aus diesem Mix kein perfektes Auto mit einigen Mängeln. Trotzdem ist das Angebot auf dem Gebrauchtwagenmarkt noch sehr groß und die Preise entsprechend niedrig, was einen Blick auf den gut ausgestatteten Wagen erlaubt.

Wie alle Rover-Modelle pflegt auch der 75 seinen ganz eigenen Stil. Der Vertreter der oberen Mittelklasse setzt in puncto Design auf rundliche Formen und erinnert damit etwas an die Konkurrenz von Jaguar. Im Innenraum ist das Platzangebot besonders im Fond klein, dafür gibt es jedoch ein edles Ambiente mit guten Materialien und entsprechend hochwertiger Verarbeitung. Der Kofferraum ist geräumig und leicht zu beladen, eine Möglichkeit zum Umklappen der Rücksitze ist dagegen nicht serienmäßig. Neben der Limousine gibt es seit 2001 auch eine Kombi-Version des Rover.

Auch im Punkt Fahreigenschaften kann der Rover 75 überzeugen. Die Auslegung ist natürlich auf maximalen Komfort ausgerichtet, das Fahrverhalten ist sehr sicher gehalten und als Fronttriebler reagiert er mit typischem Untersteuern. Damit wird der Rover 75 zum optimalen Langstreckenauto mit guten Eigenschaften zum Gleiten. Die Motorenpalette tut ihr weiteres und präsentiert drei verschiedene V6-Motoren und einen V8, die zügige Fortbewegung garantierten. Sparsam ist dagegen ein Fremdwort für die hubraumstarken Sechszylinder. Hier muss man unter Umständen auf die Vierzylinder-Turbodiesel ausweichen, die bis 2003 von BMW stammen und ihren Dienst auch im 320d leisteten.

In Sachen Zuverlässigkeit fallen besonders die ersten Baureihen aus dem Raster. Hier gab es viele Probleme mit defekten Motoren, Zylinderkopfdichtungen und Kupplungen. Auch wenn die Ersatzteilversorgung mittlerweile sicher ist, orientieren sich die Preise für Teile und Reparaturen an der oberen Mittelklasse. Die Preise für einen gebrauchten Rover 75 beginnen bei 2.500 Euro mit frühem Baujahr. Besser sollte man ein späteres Modell wählen, für die V6-Motoren muss ein deutlicher Aufpreis eingeplant werden. Der Kombi liegt dagegen auf einem ähnlichen Preisniveau wie die Limousine und kostet mit Baujahr 2004 und 2-Liter-Turbodiesel noch 4.400 Euro.

Bewerten Sie den Artikel

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


× vier = 12

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>