Saab 9-3: Opel-Technik und schwedische Sicherheit

Als Nachfolgemodell des Saab 900 hat der 9-3 ein schweres Erbe zu tragen. Der 900 ist mittlerweile zum soliden Youngtimer gereift, der Nachfolger hat dies mit General Motors als neuem Inhaber deutlich schwerer. Trotzdem haben es die Schweden auch unter amerikanischer bzw. deutscher Regie geschafft, einen zuverlässigen und soliden Ableger in der Mittelklasse zu bauen. In einer ersten Baureihe wurden von 1998 bis 2003 fünftürige Limousinen, dreitürige Coupés und ebenfalls dreitürige Cabrios verkauft. Beim Nachfolger änderte man die Strategie und bot zuerst nur die Limousine an, ergänzte dann um ein Cabrio und einen Kombi.

Das seit 2002 gebaute Modell basiert auf einer GM-Plattform, auf der auch Opel Vectra und Signum aufbauen. Nachdem man in der zweiten Generation auf das Coupé verzichtete, wagte man mit der Limousine eine flachere Linie, sodass es hier Ähnlichkeiten zum Coupé gibt. Vom extravaganten Design eines Saabs sind dabei nur noch wenige Elemente an der Front übrig geblieben, trotzdem bleibt der optische Eindruck eines qualitativen Aufstiegs. Dies wird besonders beim 2005 erschienenen SportCombi deutlich, der mehr auf den Lifestyle-Faktor als auf praktische Werte setzt. Der Kombi bietet zwar üppiges Platzangebot für Fahrer und Beifahrer,  der Kofferraum fasst dagegen nur 419 Liter.

Aufgrund der Konkurrenz zu den Mittelklasse-Wagen von BMW und Audi ist auch im Saab das Fahrverhalten etwas sportlicher abgestimmt. Trotzdem bleibt ein gewisses Maß an Komfort erhalten, der Kompromiss ist also gelungen. Auch auf die Sicherheit wird beim Schweden gesteigerten Wert gelegt. Im Crashtest schnitt er gut ab und serienmäßig sind allerlei Assistenten und elektronische Helfer mit an Bord. Die Motorenpalette bietet eine große Bandbreite vom kleinen 1,8-Liter-Vierzylinder bis zum 2,8-Liter-V6 mit Turbounterstützung. Empfehlenswert ist hier besonders der 1,8-Liter-Turbobenziner mit 150 PS. Wer es noch sportlicher mag, der wählt den großen V6, der mit bis zu 280 PS für ordentlichen Vortrieb sorgt, den Frontantrieb jedoch schnell überfordert. Sparsamer fährt es sich mit dem 1,9-Liter-Selbstzünder. Hier gibt es zusätzlich eine Variante mit Bi-Turbo, die das Turboloch beim Diesel verkleinern soll.

In der Zuverlässigkeit zeigt sich der Saab 9-3 als überdurchschnittlicher Begleiter. Baujahre vor 2005 weisen jedoch überdurchschnittlich häufig Rost am Auspuff auf. Ansonsten muss man sich dank der Zusammenarbeit mit GM auch um die Ersatzteilversorgung keine Sorgen machen. Besonders die Schrägheck- und Cabriomodelle stehen bei den Käufern hoch im Kurs. Für einen 9-3 SportCombi der zweiten Generation muss man mindestens 7.500 Euro investieren, eine Limousine beginnt schon bei 6.000 Euro. Für den stärkeren Diesel muss man etwa einen Aufpreis von 1.000 Euro einplanen, für das Cabrio sind mindestens 13.000 Euro fällig.

Saab 9-3: Opel-Technik und schwedische Sicherheit
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