Schäden durch Marder am Auto – was hilft wirklich?

Marder

Schäden durch Marderverbiss © Huskyherz / pixelio.de

Nahezu jeder, der seinen Wagen nicht in einer Garage parken kann, kennt das Problem. Die Rede ist hier von Vandalismus am KFZ durch Marder. Gerade jetzt im Frühjahr sind die kleinen Nager wieder aktiv. Viele der possierlichen Tiere wirken gerade in dieser zeit besonders gereizt auf Eindringlinge in ihr Revier. Sie zerbeißen dann Achsmanschetten, Unterdruckschläuche und auch Zündkabel an PKWs.

Vandalismus durch Tiere im Frühjahr

Insbesondere im Frühjahr bis hin zur Paarungszeit im Spätsommer sind die kleinen Marder besonders aktiv. Da kann es schon mal vorkommen, dass geparkte Autos durchaus der Austragungsort für deren Territorialkämpfe ist. Mit diesen Kämpfen wollen sie die Nebenbuhler von ihren Weibchen fernhalten. Die Marder-Rüden stecken ihre Grenzen ab. Dazu werden die Grenzen – oft auch ein PKW – mit Urin markiert. Sollte sich ein Nebenbuhler in dieses Revier wagen, kommt es zu Kämpfen und steht dann dort zufällig ein PKW, dann wird die Wut praktisch an dem Wagen ausgelassen.

Die typischen Schäden durch Marder

Wurde also der eigene Wagen durch den Urin eines Marder-Rüden markiert und man fährt damit in das Revier eines anderen Marders, sind die Marderschäden praktisch schon vorprogrammiert. Die Marder des fremden Reviers leben ihre Aggressionen dann insbesondere im Motorraum des Wagens aus. Es wird nahezu alles zerbissen, was aus Gummi oder sonstigen weichen Kunststoffteilen ist. Die häufigsten Schäden entstehen dabei an Zündkabel, Faltenbälge, Kühlwasser-Schläuche, Stromleitungen und Isoliermatten. Nach Aussagen des ADAC werden Bremsschläuche, Kraftstoffleitungen, Keilriemen und reifen wenig bis gar nicht angebissen und beschädigt.

Was zahlt die Versicherung in solch einem Fall?

Einige Kfz-Versicherungen übernehmen die Reparaturkosten, die aufgrund von Marderschäden erforderlich sind. Hier gilt aber zu beachten, dass die Versicherungen nur die Kosten übernehmen, die die unmittelbar beschädigten Teile betreffen. Folgeschäden gehören nicht zum Leistungsumfang der KFZ-Versicherungen. Kritisch wird es dann zum Beispiel, wenn ein Marder einen Kühlwasserschlauch zerbissen hat. Kommt es also infolge dieses Schadens zu einem Motorschaden durch Überhitzung, dann zahlt die Versicherung lediglich den neuen Kühlwasserschlauch. Wurde dann noch ein Selbstbehalt im Rahmen der Versicherung vereinbart, so bleibt der Autobesitzer auf den kompletten Kosten sitzen, denn der Selbstbehalt übersteigt oftmals die Reparaturkosten solcher „Kleinigkeiten“.

Tipps zur Marderabwehr

Erfährt man von einem Marderschaden an einem Fahrzeug in der Nähe, dann sollte man seinem Wagen eine Motorwäsche gönnen. Diese Aktion vertreibt kurzfristig die Duftspuren des Marders.

Keinen Sinn macht es Duftstoffe wie Hundehaare, WC-Steine, Mottenkugeln, Abwehrsprays usw. im Motorraum zu platzieren. Schon eine Fahrt durch den Regen wäscht diese fremden Duftstoffe wieder ab. Zum anderen gewöhnen sich die Marder an den fremden Geruch und er stört sie dann nicht mehr.

  • Guter Schutz ist ein geschlitztes Wellrohr aus Hartkunststoff um die Zündkabel. Leider kein Schutz für die Achsmanschetten.
  • Laut ADAC bieten Ultraschallgeräte den besten Schutz vor Mardern.
  • Elektroschockgeräte, die als Marderschreck verkauft werden sind ebenfalls wirksam.
  • Einige Hersteller bieten eine Abschottung des Motorraums an. Borstenvorhänge verschließen dann die seitlichen Öffnungen und der Marder hat kaum Möglichkeiten einzudringen.

Drastische Folgeschäden

Werden Schäden nicht gleich entdeckt oder repariert kann es zu gefährlichen und teueren Folgeschäden kommen.

  • Angebissenes Zündkabel: unrunder Motorlauf; Schäden am Katalysator durch verbrannten Kraftstoff
  • defekte Manschetten: Eindringen von Schmutz und Wasser führt zur Schädigung der Antriebs- und Achsgelenke.
  • Angebissene Kühlwasserschläuche: Motor-Überhitzung
  • Angebissene Unterdruckschläuche: Leistungsverlust oder Wechsel des Motors in das Notprogramm.
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