Schrauben in der Selbsthilfewerkstatt

Der Besuch in der Werkstatt ist meist mit hohen Kosten verbunden. Das liegt häufig noch nicht mal an den Preisen für die Ersatzteile, sondern am Arbeitslohn. Mittlerweile macht es den Anschein, als würde ein Anwalt auch nicht mehr in der Stunde verdienen. So rief Volkswagen einmal 270 Euro für das Wechseln des Standlichtbirnchens in einem Phaeton auf. Das Birnchen kostete kaum etwas, aber der Arbeitsaufwand war wohl immens, umfasste unter anderem den Abbau der Stoßstange und all ihrer Sensoren und sonstigen Inhalte sowie den Ausbau des Scheinwerfers.

Wer hier Kosten sparen will, der schraubt einfach selbst. Doch das ist nicht immer so einfach wie man eventuell denkt. Das fängt schon beim Werkzeug an. Für viele Arbeiten reicht das Bordwerkzeug oder der Inhalt der heimischen Werkzeugkiste nicht aus, wobei zumindest ein Hammer nie verkehrt ist. 😉 Allerdings kann es auch vorkommen, das richtiges Spezialwerkzeug gebraucht wird, das man natürlich nicht hat und dessen Anschaffung für den einmaligen oder zumindest seltenen Einsatz eher unverhältnismäßig wäre.

Ein weiteres Problem sind Arbeiten unter dem Fahrzeug. Das Internet ist voll von vermeintlich lustigen Bildern, bei denen Menschen die irrsten Konstruktionen gebastelt haben, um ihr Auto auf eine Höhe zu bringen, unter der man arbeiten kann. Ob das hält und wie sicher es ist, steht auf einem anderen Blatt. Daher ist eine Hebebühne sicherlich von Vorteil, aber nur die wenigsten Menschen haben so etwas in der heimischen Garage.

Zu guter Letzt geht es noch um das eigene Können. Manchmal reicht es eben nicht, wenn man das Selbsthilfebuch lesen kann und schon mal ein wenig geschraubt hat. Da ist dann ein Rat vom Fachmann Gold wert, um nachher nicht eventuell begangene Fehler doch noch in der Fachwerkstatt beheben lassen zu müssen. Gerade bei sicherheitsrelevanten Teilen wie der Bremse ist es ratsam, den Experten zu fragen.

Daher bieten sich Selbsthilfewerkstätten durchaus an. Und das nicht nur, wenn man zum Beispiel den Endschalldämpfer der Auspuffanlage wechseln möchte. Es gibt Hebebühnen zum Stundenpreis, Werkzeug gegen einen geringe Gebühr und im Normalfall mindestens einen Meister, der Ahnung von der Materie hat. Und dann steht der fröhlichen Selbstschrauberei inkl. Kostenersparnis nichts mehr im Weg. Inklusive günstigen Teilen aus dem Internet oder gebrauchten Ersatzteilen vom örtlichen Schrottplatz.

Schrauben in der Selbsthilfewerkstatt
Bewerten Sie den Artikel